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Zuletzt aktualisiert: 27.11.2007 um 06:38 Uhr

Fürstenfeld ohne Kamine

Ein neues Biomasseheizwerk hebt den Anteil erneuerbarer Energie in Fürstenfeld auf stattliche 70 Prozent und sorgt für sauberere Luft.

Fürstenfeld will eine Stadt ohne Kamine werden

Foto © APFürstenfeld will eine Stadt ohne Kamine werden

Die "Stadt ohne Kamine" zu werden, hat sich Fürstenfeld vorgenommen. Mit ökologischer Wärme aus Thermalwasser (Geothermie), Mais (Biogas) und Erdgas konnte vor allem im Innenstadtbereich die Zahl der rußenden Rauchfänge eingedämmt werden. Mit dem nächsten geplanten Projekt will man auf diesem Weg einen Riesenschritt weitergehen, verrät Bürgermeister Werner Gutzwar: "Wir wollen mit einem neuen Biomasseheizwerk den Anteil an erneuerbarer Energie für unsere Stadt von derzeit 40 auf 70 Prozent anheben."

Wärmeproduktion. Gleichzeitig soll die Wärmeproduktion aus der Geothermie von 23 auf sechs Prozent heruntergefahren werden, um im Streit um die Raabverschmutzung einen Beitrag zu leisten (die Kleine Zeitung berichtete). Für den Bau der Mega-Hackschnitzelheizung, die mit regionalem Rohstoff betrieben wird, gibt es Förderzusagen von Bund und Land in der Höhe von fast einer Million Euro.

Standorte. Wo konkret gebaut wird, steht noch nicht fest: Ins Auge gefasst ist unter anderem ein Standort gegenüber der Biogasanlage, doch müssen dafür erst entsprechende Umwidmungen getätigt werden. Daher bleibt abzuwarten, ob die bei der Bürgerversammlung präsentierte Inbetriebnahme im Herbst 2008 tatsächlich über die Bühne gehen kann. Dort haben die ins Vorhaben involvierten Fachleute von "Geothermie und Fernwärme GmbH" und "Wärmebetriebe GmbH" (Tochtergesellschaft des Kärntner Energieversorgers Kelag) Befürchtungen zerstreut, die Veränderung des Fürstenfelder Fernwärme-Erzeugermixes könnte für die Abnehmer zu empfindlichen Preissteigerungen führen.

Energiepreis. Markus Radoch von der Wärmebetriebegesellschaft: "Das neue Konzept hat auf den Energiepreis keine Auswirkungen, weil dieser den Kunden mit klaren Vorgaben auf 15 Jahre vertraglich garantiert ist." Dank Biomasseheizwerken werde es für ein durchschnittliches Einfamilienhaus wegen des höheren Anteils von erneuerbarer Energie sogar rund 30 Euro Einsparung an Steuern und Abgaben pro Jahr geben.

CHRISTOPH BAGDY

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