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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2007 um 07:10 Uhr

Kürbis-Kreativität, voll ausgeschöpft

Wer eine Visitenkarte von Mirjam Winkler bekommt, hält bereits ihre Erfindung und Geschäftsidee in der Hand: Das Kürbispapier, das die kreative Neubäuerin in Gauitsch in der Südsteiermark herstellt.

Foto © AP

Zum Kürbis kam die Vorarlbergerin Mirjam Winkler auf Umwegen, als es die Modedesignerin, Malerin und Grafikerin in die Steiermark verschlug. "Liebe auf den ersten Blick. Zu meinem Mann und zu diesem Land. Plötzlich war ich mit zwölf Hektar Landwirtschaft gesegnet - dem habe ich mich offen, spielerisch und kreativ genähert." Auch am Feld: "Beim Ausputzen der Kürbisse sind mir die Fasern aufgefallen. Daraus könnte man doch Papier fertigen."

Mögliche Produktionstechniken. In einer Machbarkeitsstudie wurden mögliche Produktionstechniken und der Markt sondiert. "Mit dem ersten fertigen Papierbogen war klar: das Kürbispapier ist eine weitere steirische Spezialität", erinnert sich Mirjam. Die neue Erfindung war von Anfang an gefragt. "Das Papier kommt vor allem in Verbindung mit Kürbiskernöl zum Einsatz, etwa als Packpapier für Geschenkflaschen oder Etiketten."

Papiersorten. Mittlerweile werden mehrere Papiersorten erzeugt - sogar druckertaugliches. Buchbindereien nutzen die außergewöhnliche Haptik für Einbände, Werbeagenturen punkten mit dem kreativen Material bei ihren Kunden.

"Erfolgsrezept". Das "Erfolgsrezept" für diesen Weg: Zehn Kilogramm Kürbis, der ergibt ein Kilogramm Trockenmasse. Nach der Zerkleinerung der trockenen Fasern kommt wieder Flüssigkeit dazu. Daraus wird das Papier geschöpft. "Ich veranstalte auch Schau-Schöpfen in Schulen. Die Kinder staunen immer." Wichtig sei, den Ruf des Kürbis als "die steirische Frucht" zu festigen.

Wehrturm. Unterstützt wird sie dabei von Sandra und Stoffi. Sandra wohnt gleich in der Nähe und kommt fast täglich zum Hof. Dort planen die beiden im Haupthaus, einem 2000 Jahre alten römischen Wehrturm, die weitere Strategie rund ums Kürbispapier. Für technische Verfeinerungen ist Stoffi, der Tüftler, zuständig. Für seine bionische Säge wurde ihm bereits der deutsche Innovationspreis verliehen. In Gauitsch arbeitet er an seinen Erfindungen. Neben der Papiererzeugung muss weiterhin Zeit für die Bewirtschaftung der zwölf Hektar Land und die rund 30 Mutterschafe am Hof sein. Während dieser Arbeit wälzt Mirjam Winkler aber laufend neue Ideen.


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