Arztbesuch: Reha-Klinik setzte Kurgast vor die Tür
Burgenländer musste Reha-Aufenthalt in Bad Radkersburg beenden, weil er auf eigene Faust Ärzte aufgesucht hatte. Hausordnung verbietet dies.

Foto © Robert Lenhard
Adolf Pelzmann aus dem burgenländischen Deutsch-Kaltenbrunn ist verärgert - und verwundert. Der 64-Jährige hatte Ende Juli seinen Kuraufenthalt in Bad Radkersburg angetreten. Im Februar war er wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert worden, bei der Kur in der Reha-Klinik Maria-Theresia erhoffte er sich eine Linderung der Schmerzen. "Nach rund einer Woche habe ich dann starken Durchfall bekommen", erinnert sich der Pensionist. In der Reha-Klinik erhielt er Tabletten, zwei Tage später traten starke Magenschmerzen auf. Die Ärztin Angelika Feutl untersuchte ihn noch einmal. "Und dann hieß es, da könne man nichts machen, ich solle das Ganze zu Hause abklären", erinnert sich Adolf Pelzmann. Er suchte auf eigene Faust Ärzte in der Thermenstadt auf. "Zurück in der Reha-Klinik, hieß es, dass ich die Klinik nicht verlassen darf. Und deshalb meinen Aufenthalt sofort beenden muss." Pelzmann packte die Koffer, seine Frau holte ihn ab.
"Wir handelten korrekt". In der Kurklinik wird auf Anfrage der Kleinen Zeitung erklärt, korrekt gehandelt zu haben. "Der Patient ging ohne unser Wissen zu einem Arzt. Er kann nicht zugleich ambulante und stationäre Leistungen in Anspruch nehmen, das ist verrechnungstechnisch nicht möglich", recherchierte Martin Kainer, Stellvertreter des ärztlichen Leiters. "Aufgrund dessen wurde der Aufenthalt abgebrochen, es gibt eine Hausordnung, an die sich die Patienten halten müssen." Die behandelnde Ärztin in der Reha-Klinik hätte richtig gehandelt: "Sie sagte, Pelzmann solle sich bei weiteren Beschwerden sofort wieder bei ihr melden. Herr Pelzmann hat sehr ungeschickt gehandelt."
Patient hat Gastritis. Übrigens: Bei Adolf Pelzmann war nach diesem Vorfall eine Gastritis diagnostiziert worden.










