Attacken, die Kunst in die Dörfer tragen sollen
Straden: "Mikado" nennt sich die erste A(R)TTACKE eines neuen Vereins. Zu sehen ist sie für etwa zwei Monate an einer Hausfassade.

Foto © digigtKunst-Attacke auf Straden
Mit seiner ersten "Kunst-A(R)TTACKE" im Zentrum von Straden sorgte der neu gegründete "Verein ARTGenossenschaft" am Dienstag für erhebliches Aufsehen. Die Akteure haben ein Markthaus vor dem geplanten Umbau zu einem Kunstobjekt umgestaltet. Der Grazer Künstler Siegfried Amtmann hat der Hausfassade mit der "Installation Mikado" ein unkonventionelles Gesicht gegeben.
Fassaden als Ideengeber. Der Hintergrund der Aktion beruht auf der Ideenlosigkeit und Eintönigkeit vieler Hausfassaden. "Wir wollen aufzeigen, dass Hausfassaden auch attraktiv und abwechslungsreich gestaltet werden können und nicht nur wie genmutierte, gleichförmige Häusergesichter dastehen müssen", erläuterte Vereinsobmann Karl Lenz, Bürgermeister von Stainz bei Straden.
Weiß überspritzt. Das historische Haus in Straden wurde bei dieser Aktion weiß überspritzt, die Fensteröffnungen haben die Künstler mit glänzendem Nirostablech verkleidet. Anstatt von Blumenkästen, wie sie Alfred Loos bei dem nach ihm benannten Haus in Wien aus Protest anbringen ließ, schuf Siegfried Amtmann Zierkästen mit bunt gespritzten Weidenruten wie riesige Mikadostäbe, die sich im Nirostablech spiegeln und im Wind schwanken.
Qualitätsvolle Kunstprojekte. In der Nacht wird das Haus vom bekannten Lichtkünstler Anton Schnurrer mit Weißlicht punktgenau beleuchtet. Schnurrer denkt daran, mit dem Verein auf spontane Weise unterschiedliche qualitätsvolle Kunstprojekte in Dörfer tragen zu können. Dorthin, wo in der Regel "kunstfreie Zonen" herrschen.
Ort der Kunst. Für Bürgermeister Alfred Schuster ist die "KunstA(R)TTACKE" ein weiterer Schritt, bei dem sich Straden als Ort der Kunst vorstellt. "Wir sind ein Ort mit alten gefestigten Traditionen. Mit dem Blick nach vorne nehmen wir jedoch zeitgemäße Kunstformen gerne auf. Alle diese Aktivitäten dienen auch dem Wohl der Bevölkerung", so Schuster. Die Installation wird bis zum Umbau des Hauses bestehen bleiben und dann verschwinden.










