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Zuletzt aktualisiert: 09.08.2007 um 11:30 Uhr

Vom ABC der Verantwortung und den Chancen der Regionen

Was eine erfolgreiche Regionalwirtschaft mit Fußball und Selbstverantwortung zu tun, präsentierte das Steirische Vulkanland in Kornberg.

Foto © APA

Wir sind zuversichtlich, dass sich der regionale Raum in Zukunft selber entwickeln kann. Bisher haben wir nur ein Absacken erlebt und von Erhaltung gesprochen. Jetzt reden wir von einer Steigerung", so der Landtagsabgeordnete und Obmann des Steirischen Vulkanlandes, Josef Ober. Ehe er und Christian Krotschek im Haus der Region in Kornberg erläuterten, wie das funktionieren kann und im Vulkanland bereits praktiziert wird, gab es eine Bestandsaufnahme. Die uneingeschränkte Globalisierung habe zu einer massiven Entwertung des ländlichen Raumes geführt. Der Ausweg aus Übernutzung und Entwertung bestehe in einer Balance von Wirtschaft, Leben und Ökologie. Der Markt werde sich zweiteilen: mit industriellen Großbetrieben, die standardisierte Billigprodukte erzeugen, und gewerblichen, authentischen Kleinbetrieben, die qualitativ hohe Spitzenprodukte herstellen.

Kräfte bündeln. Um der Regionalwirtschaft zum Durchbruch zu verhelfen und einen innovativen, lebenswerten Wirtschaftstraum zu schaffen, müsse ihre Wertschöpfung von derzeit 25 auf 50 Prozent erhöht werden, so Krotschek. Dazu brauche es die Bündelung von Landwirtschaft, Wirtschaft und Tourismus. Krotschek: "Leider werden sie geteilt betrachtet, sind aber eng verwoben." Die Bruttowertschöpfung in der Region soll mit einer Doppelstrategie erhöht werden. Einerseits soll Qualität (Kompetenzaufbau, Innovation, Hochveredelung) das Wirtschaftswachstum erhöhen, andererseits der Heimmarkt gestärkt werden, indem externe Vorleistungen reduziert, Wertschöpfungsketten in der Region verbunden oder geschaffen werden.

Nutzung. Die Beispiele dafür reichen von integrierten Dienstleistungskonzepten über Nutzung hochpreisiger Nischenprodukte bis zum verstärkten Absatz regionaler Produkte und Dienstleistungen sowie Einsatz eigener Energie in möglichst hohem Ausmaß. Ohne Regionalwirtschaft gibt es keinen Nachwuchs am internationalen Parkett, betonte Ober und zog den Vergleich zum Fußball. Es brauche die Balance zwischen Regional- und Globalwirtschaft. Jene erfordere eine Ethik der Betriebe, aber auch regionale (Kauf)Verantwortung der Bürger. Dafür wurde ein ABC der Selbstverantwortung kreiert, in dem sich alles um Kauf und Nutzung regionaler Produkte und Angebote dreht.

HELMUT STEINER

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