Asfinag vergaß, für Tafeln zu kassieren
Die Hinweistafeln der Schlösserstraße an der Autobahn werden abgebaut. Dem Verein sind die Gebühren der Asfinag zu hoch, die bislang aufs Kassieren vergessen hatte.

Foto © APA
Adieu heißt es für sechs der insgesamt acht in Braun gehaltenen Werbetafeln der Schlösserstraße an der Südautobahn. In Kürze werden sie entfernt, der Auftrag dafür ist bereits erteilt. Von der Asfinag sei plötzlich eine jährliche Standortgebühr in der Höhe von knapp 800 Euro je Tafel eingefordert worden, erklärt man dazu bei der Schlösserstraße. Zusätzlich wäre derselbe Betrag einmalig nochmals als Bewilligungsgebühr für das Aufstellen der Tafeln zu berappen gewesen.
Schlussstrich.
In Summe zu viel Geld, wie der Großteil der 18 Mitglieder der Schlösserstraße fand, weshalb man sich zu dem Entschluss durchrang, auf die großflächigen Tafeln, die Mitte der 1990er-Jahre werbewirksam an der Autobahn platziert worden waren, zu verzichten. "Die verlangten Gebühren übersteigen unsere finanziellen Möglichkeiten in Sachen Werbebudget", zieht Karl Vetter von der Lilie, seit rund drei Jahren Obmann der Schlösserstraße, einen Schlussstrich unter dieses Kapitel.
Eigentlich liegt ein tragischer Verkehrsunfall den plötzlichen Geldforderungen der Asfinag zu Grunde. Im Vorjahr krachte eine Autofahrerin mit ihrem Pkw frontal in eine Schlösserstraßen-Tafel an der Abfahrt bei Sebersdorf. Erst dadurch erinnerte man sich bei der Asfinag daran, hier auf eine Einnahmequelle vergessen zu haben.
Schon seit Jahren.
Vetter von der Lilie sagt dazu: "Eigentlich hätten wir ja schon seit Jahren zahlen müssen. Solange uns aber keine Zahlungsaufforderung ins Haus getrudelt ist, solange haben wir uns still verhalten. Niemand zahlt bekanntlich freiwillig." Mit dieser ungewollten Amnestie ist es jetzt aber vorbei. Ist nun mit enormen Nachzahlungen für all die Jahre, wo man als Gratis-Trittbrettfahrer unterwegs war, zu rechnen? "Die Asfinag hat uns zugesichert, dass es keine finanziellen Nachforderungen geben wird. Zu den ganzen Unklarheiten ist es gekommen, als das Land die Straßenerhaltung an die Asfinag abgetreten hat. Unsere Tafeln standen schon vorher", weiß Schlossbesitzer Frank Schleicher, Vereinskassier bei der Schlösserstraße, zu berichten.
Keine Demontage.
Zwei Schlösserstraßen-Tafeln, eine bei Ilz, die andere in Gleisdorf, bleibt das Schicksal der Demontage erspart. Die Besitzer der Häuser von Riegersburg, Kornberg und Kapfenstein, die auf besagten Tafeln angeführt sind, wollen sich den Werbeauftritt an der A2 etwas kosten lassen. In puncto Finanzierung zeigten sie sich innovativ, indem sie mit den jeweiligen Gemeinden und Tourismusverbänden eine Drittellösung aushandelten. Georg Winkler-Hermaden, Besitzer von Schloss Kapfenstein, erklärt: "Es macht Sinn. Ich glaube, dass die gesamte Region dadurch profitiert. Deshalb sind wir auch bereit, gemeinsam die anfallenden Kosten zu schlucken."
Kraft.
Während also andernorts gemeinsam die Kräfte zur Finanzierung gebündelt wurden, scheint dies im Hartbergerland nicht möglich gewesen zu sein. Josef Hirt, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Apfelland-Stubenbergsee, gibt sich verwundert: "An uns ist niemand in dieser Sache herangetreten." Er findet es schade, dass die Schlösserstraße nun der Autobahn und deren vielen Nutzern den Rücken kehrt. "Man muss bedenken, wie lange man um eine Genehmigung zum Aufstellen solcher Tafeln an der Autobahn kämpfen muss. Ich sehe es als einen großen Verlust, da dadurch der Bekanntheitsgrad unserer Region deutlich erhöht worden ist."
Schleicher hat einen kleinen Trost parat. Seitens der Asfinag sei ihm zugesichert worden, dass das Logo der Schlösserstraße, das die Silhouette eines Ritters zeigt, bei den Ortshinweisen an den Abfahrten angebracht würde. Dies geschehe aber erst, wenn eine betagte Tafel durch eine neue ersetzt wird. Seitens der Asfinag sieht man die Sache gelassen. Pressesprecher Harald Dirnbacher bestätigt, dass für die Tafeln künftig zu bezahlen sein wird, das man der Schlösserstraße aber bei den Ortshinweisen entgegenkommen werde. Eine große Sache sei die ganze Angelegenheit nicht, meint Dirnbacher.










