Das Nadelöhr bleibt
Der Start für den Lückenschluss auf der B 57 verzögert sich um mindestens fünf Jahre. Dabei hätte es heuer schon so weit sein sollen. Im Ort hat man es satt, ständig vertröstet zu werden.

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Vor genau einem Jahr gab es einen Hoffnungsschimmer. Im Sonderinvestitionsprogramm von Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder war auch der Lückenschluss der B 57 in Leitersdorfs enthalten. Das letzte, 1,7 Kilometer lange Nadelöhr zwischen Feldbach und Jennersdorf, das noch der Beseitigung harrt. Zeitgleich zum Start bei der Querspange Gniebing-Paldau sollten die Bagger auffahren. Die kamen aber nur westlich von Feldbach.
Verkehr nimmt zu. Das sorgt für ziemlichen Ärger im Ort. Denn das Verkehrsaufkommen ist deutlich gestiegen - und damit die Unfälle. Walter Kohl, Kommandant der örtlichen Feuerwehr, braucht nur einen Blick auf die Einsatzzahlen seiner Wehr auf dem kurzen Straßenabschnitt werfen: "Die Jahre gehen dahin, die Unfälle werden immer mehr. Der Verkehr hat gewaltig zugenommen." Als direkter Anrainer ist der Landwirt doppelt betroffen.
Vertröstet. Als "sauschlecht" bezeichnet Bürgermeister Leo Josefus die Stimmung in der Sache. "Das Land papierlt uns seit 20 Jahren. Es kann nicht sein, dass wir als einzige Gemeinde übrig bleiben. Wir haben alles beisammen, was erforderlich ist", poltert er und wirft mit Kohl einen Blick auf die aktuelle Planvariante. An Plänen hat der Feuerwehrkommandant einen ganzen Stapel zu Hause: "Seit 1994 gibt es Varianten." Für den Ortschef Josefus unverständlich ist der Ablauf: "Vor der Nationalratswahl wird uns versprochen, dass wir Priorität eins haben, dann wird das Geld anderswo verwendet. Wir wollen nicht länger vertröstet werden. Sie sollen uns sagen, wenn das Stückerl offen bleibt. Wir wollen einen Zeitplan sehen."
Geldmangel. Dazu kann die Verkehrslandesrätin eine halbwegs präzise Antwort geben. Mittelfristig - ab 2012 - ist mit dem Ausbau in Leitersdorf zu rechnen. Drei Gründe nennt sie für die Verzögerung. Priorität hat das 70-Millionen Euro-Projekt zwischen Feldbach und Studenzen. Die B 57 ist als Autostraße im Verkehrskonzept enthalten. Bei den erforderlichen Begleitwegen gäbe es aber in einigen Gemeinden erheblichen Widerstand. Und - nicht zuletzt - ein Hauptgrund: Geldmangel. Ein Effekt der deutlichen Kostenüberschreitungen beim Projekt westlich von Feldbach. Der Abschnitt Leitersdorf sei unbestritten ein Unfallhäufungspunkt, aber dennoch nicht signifikant stärker betroffen, als viele andere Straßen. Ob punktuelle Maßnahmen Abhilfe schaffen können, wird sich die zuständige Abteilung noch einmal ansehen.
Beim Begleitwegekonzept fordert Josefus, dass man damit an der Landesgrenze Burgenland beginnt und nicht von der Gleisdorfer Seite. Ihm ist aber klar: "Solange das Geld nicht da ist, werden wir ausgehungert."










