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Zuletzt aktualisiert: 02.05.2007 um 14:30 Uhr

Schädling bedroht steirische Weinanbaugebiete

Amerikanische Zikade kann meldepflichtige Traubenkrankheit übertragen. Die Erreger setzen sich in Zellen der Rebpflanze fest und stören damit praktisch den ganzen Stoffwechsel.

Foto © APA

Die südsteirischen Weinbauern und die Landwirtschaftskammer Steiermark sind in Alarmbereitschaft, denn ein Traubenschädling ist wegen des wärmeren Klimas in der Steiermark unterwegs: Die so genannte amerikanische Rebzikade ist vor etwa zwei Jahren erstmals in Österreich gesichtet worden und gilt als Überträger einer meldepflichtigen Vergilbungskrankheit. Für diesen Sommer werden schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung geplant.

Rebzikade. Der steirische Weinbaudirektor Werner Luttenberger erklärte, dass der Schädling bisher nicht in Österreich beheimatet sei, aber wegen des sich ändernden Klimas zunehmend Richtung Norden wandere. Im Vorjahr wurde die Rebzikade bereits in Klöch, Straden (beide Bezirk Radkersburg) und St. Anna (Bezirk Feldbach) gesichtet und eingefangen - mit der für Weinstöcke gefährlichen Vergilbungskrankheit waren die Insekten jedoch nicht infiziert.

Maßnahmen. Dennoch sollen heuer strengere Maßnahmen getroffen werden. So sollen die Larven der Rebzikaden, die Ende Mai bis Anfang Juni schlüpfen, bereits vorher mit einem Pflanzenschutzmittel vernichtet werden. Derzeit ist ein entsprechendes Mittel nur bis Mitte Mai zur Verwendung freigegeben. Luttenberger sagte im APA-Gespräch, dass die Verhandlungen mit der Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) laufen und eine Verlängerung des Mitteleinsatzes um zwei Wochen wahrscheinlich sei. So könne sich die Zikade kaum ausbreiten und im Falle einer Infektion auch die Krankheit nicht verbreiten.

Schädling. Obwohl man mit dem aus Amerika eingeschleppten Schädling noch kaum Erfahrung habe, wisse man, dass für eine optimale Entwicklung ein heißer Juli von Vorteil ist, so der Experte. Je wärmer demnach die Sommer werden, desto besser ist die Situation für das Insekt. Umgekehrt könnten - paradoxerweise und aktuell günstig - milde Winter die Ausbreitung bremsen, stützt sich Luttenberger auf wissenschaftliche Literatur. Praktische Erfahrung dazu erwarte sich der Experte aus dem vermehrten Monitoring in diesem Jahr.


Rebzikade

Die Erreger setzen sich in Zellen der Rebpflanze fest und stören damit praktisch den ganzen Stoffwechsel. Sichtbar wird die Erkrankung anfangs an einer Verfärbung der Blätter. Bei Weißwein-Sorten werden die Blätter gelb, bei Rotwein-Sorten rot. In der Folge reifen Blüten und Früchte schlecht und können vertrocknen. Letztendlich ist der ganze Stock gefährdet.

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