VP zwingt Pongracz in Stichwahl
VP stürzt SP in der Stadt Oberwart bei Gemeinderatswahl vom ersten Platz. SP-Stadtchef Pongracz muss in die Stichwahl.

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Ja, man habe mit einer Steigerung gerechnet, sagt Georg Rosner, VP-Spitzenkandidat und Vizebürgermeister in der Stadt Oberwart. Dass die Wähler die Mehrheitsverhältnisse an der Urne aber komplett umkrempeln würden, hat die Schwarzen dann doch überrascht: Sowohl im Gemeinderat als auch bei der Bürgermeisterwahl verdrängt die VP die bisher absolut regierenden Sozialdemokraten auf den zweiten Platz (siehe Info-Box). "Jetzt haben wir die Nase vorne", freut sich Rosner. Die Roten bröselten von 14 auf zehn Mandate ein, die VP steigerte sich von zehn auf elf. Rosner zieht nun gegen SP-Bürgermeister Gerhard Pongracz am 4. November in die Stichwahl. Wenn es gelinge, die Wähler der FP anzusprechen, werde man den Bürgermeistersessel erobern, gibt sich Rosner kämpferisch.
Das will Pongracz mit aller Macht verhindern. Er spricht von "schmerzhaften Verlusten", glaubt aber fest an die Chance zur Wiederwahl. "Es ist viel passiert in Oberwart und ich habe viel Energie investiert. Das wird von der Bevölkerung hoffentlich honoriert." "Passiert" ist in Oberwart aber auch der 2009 aufgeflogene Finanzskandal - jahrelang waren Gebühren nicht eingehoben worden. Unangenehme Entscheidungen die in der Folge zu treffen gewesen seien - Bürger wurden mit Nachzahlungsaufforderungen konfrontiert -, haben die SP Stimmen gekostet, ist Pongracz überzeigt. "Die Missstände reichen aber bis 1996 zurück."
Unabhängig vom Ausgang der Stichwahl steht fest, dass der neue Bürgermeister der Stadt aus eigener Kraft keine Mehrheit im Gemeinderat hinter sich haben wird. Von der Suche nach einem fixen Koalitionspartner wollen jedoch beide Kandidaten wenig wissen. Man setze auf das "freie Spiel der Kräfte", erklären sie.
Mehrheit
Abseits einer großen Koalition würden sich rechnerisch noch die Freiheitlichen als Partner anbieten, die sich mit Ilse Benkö von einem Mandat auf drei Mandate steigern konnten und einen Sitz im Stadtrat erobert haben. Die Grünen könnten mit ihrem Mandat keiner der beiden großen Parteien eine Mehrheit sichern. Spitzenkandidatin Maria Racz hatte den ersten Platz auf der Liste von Wolfgang Spitzmüller "geerbt", dessen Kandidatur in Oberwart nicht gestattet worden war. Er schaffte den Einzug in den Gemeinderat von Oberschützen.
Features
FAKTEN
Im Bezirk baute die SP von 50,6 auf 48,1 Prozent ab, die VP von 44,3 auf 43 Prozent. Die FP legte von 3,8 auf 4,6 Prozent zu, die Grünen von 0,4 auf 1,3 Prozent.
Von 588 Mandaten sicherte sich die SP 287 (minus elf), die VP 264 (minus neun), die FP 19 (plus zwei), die Grünen drei (plus drei), die Liste Burgenland vier (plus zwei), elf Mandate gingen an sonstige Gruppierungen.
Ergebnis der Stadt Oberwart:
SP: 39,7 Prozent, zehn Mandate (minus vier)
VP: 41,8 Prozent, elf Mandate (plus eines)
FP: 10,9 Prozent, drei Mandate (plus zwei)
Grüne: 6,1 Prozent, ein Mandat (plus eins)










