Ein grünes Herz in China
Knapp fünf Prozent der Österreich-Urlauber aus China kommen in die Steiermark. Dank neuer Kooperationen soll dieser Anteil stark wachsen.

Foto © KKWerben in China für die Steiermark: Bliem und Schützenhöfer
Noch sind die Chinesen mit weniger als 200.000 Touristen pro Jahr eine kleine Gruppe von Österreich-Urlaubern. Eine internationale Tourismusstudie geht aber davon aus, dass sich diese Zahl schon in den nächsten Jahren vervierfachen wird. Vor allem durch Personen aus der rasant wachsenden "erlebnisorientierten Mittel- und Oberschicht", wie es so schön heißt in der Studie. Denn nach wie vor hat China eine der höchsten Raten des jährlichen Wirtschaftswachstums - und rund 1,3 Milliarden Einwohner.
Europa liegt an dritter Stelle bei den chinesischen Auslandsurlauben. Trotz der großen Entfernungen lieben viele Chinesen Europa - als neben China den zweiten alten Kulturraum der Welt. Das sind die groben Rahmenbedingungen, wenn sich die Steiermark Gedanken macht, wie man an diesem Wachstumsmarkt teilhaben könnte. Aktuelle Realität ist, dass man innerösterreichisch gerade einmal 4,8 Prozent aller Chinesen in die Steiermark bekommt, Tirol aber 25 Prozent.
Werben um Behörden
Deshalb startete die steirische Tourismus-Gesellschaft (STG) um Chef Georg Bliem ein Sonderprojekt, das sich China widmet. Bei einer fünftägigen Reise, die den Tourismusreferenten des Landes, Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer, in die Wachstumsprovinz Schanghai und nach Peking führt, werden erste Kooperationen vereinbart. Zum Beispiel zu den chinesischen Tourismusbehörden - ohne offizielle Unterstützung geht in China nach wie vor vieles nicht. Gestern traf Schützenhöfer die Vizebürgermeisterin von Schanghai (mehr als 20 Millionen Einwohner), Wen Zhao, sowie den Tourismusdirektor der Stadt, Dao Shuming. Eine persönliche Einladung zur Ski-WM nach Schladming soll den Kontakt zur sportbegeisterten Vizebürgermeisterin weiter verbessern.
Am gleichen Abend wurde ein Abkommen mit dem größten regionalen Tourismusveranstalter "Shanghai Airlines Tours International" sowie der Vereinigung der Sport-Industrie abgeschlossen. Spannend könnte eine weitere Kooperation werden: zwischen der Tourismusschule in Bad Gleichenberg (vertreten durch Direktor Josef Schellnegger) und der regionalen Berufsschule "Shanghai Donghui". Diese ist in China eine Eliteberufsschule, sie wurde 2011 als eine Musterschule für die nationale Berufsschulreform ausgewählt.









