Freiwillig in eine neue und gefährliche Welt
Mittwoch hebt Eva Papic aus Mureck in die berüchtigte mexikanische Stadt Tijuana ab. Dort absolviert sie ein freiwilliges Sozialjahr. Für die Kleine Zeitung wird sie darüber berichten.

Foto © WieserIn Wien wurde eine Gruppe von engagierten Volontären, darunter Eva Papic, auf ihre freiwilligen Einsätze in aller Welt vorberei
Angst? Nein, das verspürt Eva Papic aus Mureck nicht. Respekt hat sie aber schon, wenn sie an ihre kommende Aufgabe denkt. Vor nicht einmal zwei Monaten hatte sie am Gymnasium in Leibnitz maturiert. Am kommenden Mittwoch hebt sie nach Mexiko ab. In der Grenzstadt Tijuana, berüchtigt für ihre Drogenkriminalität, bekannt für den Grenzwall, der dort Mexiko und die Vereinigten Staaten trennt, wird sie ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren.
"Ich werde in einem Oratorium arbeiten", freut sich Eva. In dieser kirchlichen Einrichtung werden oftmals vernachlässigte und sozial schwache Kinder, die sonst ihre Zeit auf den Straßen der Millionenmetropole verbringen würden, unterrichtet und betreut. Die Südsteirerin wird sich um die Kinder kümmern, mit ihnen lernen, spielen, Zeit verbringen. "Die Kinder hier kommen schnell auf die schiefe Bahn", erklärt Eva. Die Drogenkartelle sind präsent, schon unter Jugendlichen und sogar Kindern wird Nachwuchs für die kriminellen Machenschaften rekrutiert. Mit Einrichtungen wie den insgesamt sechs Oratorien in Tijuana will man dem entgegenwirken.
Die Mitarbeiter dieser Oratorien und die Kirche insgesamt seien unter den Drogengangstern recht angesehen, meint Eva: "Die Mitglieder der Drogenkartelle haben Respekt vor der Kirche." Deswegen fürchtet die junge Frau auch nicht um ihre Sicherheit. "Man muss aber wissen, wo die Grenzen sind. In Mureck traue ich mich nachts um elf Uhr noch auf die Straße. In Mexiko werde ich es wohl nicht tun."
Das freiwillige Sozialjahr wird übrigens von dem Hilfswerk "Jugend Eine Welt" ermöglicht. Als Träger fungiert die christliche Don Bosco-Aktion Österreich. Die Volontäre wie Eva werden für den Sozialdienst nach strengen Kriterien ausgewählt. Es gab etliche Vorbereitungseinheiten in Wien und Polen. Bezahlt bekommen die jungen Leute für ihren Einsatz nichts, einzig Unterkunft und Verpflegung werden gestellt. Sie müssen sogar eine Kaution von mehr als 2000 Euro hinterlegen. Einen Teil der Kosten können die Volontäre durch das Sammeln von Spenden hereinbringen. "Man muss sich natürlich gut überlegen, ob man das will", so Papic. "Aber wollte ich Geld verdienen, würde ich etwas anderes machen."
Kommende Woche hebt Eva in eine völlig fremde Welt ab. Von ihren Erfahrungen und Erlebnissen, ihrem Alltag in Tijuana, von all den kleinen und großen Besonderheiten wird sie in loser Reihenfolge in einem Tagebuch in der Kleinen Zeitung berichten.
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FAKTEN
Der Verein "Jugend Eine Welt", gegründet 1997, ist ein Hilfswerk der Ordensgemeinschaft Salesianer und Schwestern Don Boscos.
Infos: www.jugendeinewelt.at.











