Nach Überfall geht Angst um
Nachdem Montag in einem Wald eine Schwammerlsucherin überfallen wurde, geht in Kleinfrannach und Glatzau die Angst um. Die Wälder werden derzeit gemieden. Die Ermittlungen laufen.

Foto © FuchsSuche nach Spuren und der geraubten Handtasche: Gefunden wurde nichts. Die Ermittlungen gehen weiter
Lokalaugenschein in Kleinfrannach im Bezirk Feldbach, wo Montag in einem Wald die 78-jährige Maria S. überfallen, bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und beraubt wurde. Die Wälder rund um Kleinfrannach und Glatzau sind zurzeit menschenleer. Keine Schwammerlsucher sind zu sehen. Es geht die Angst um. "Die Leute reagieren derzeit sehr sensibel", beschreibt der Kirchbacher Polizist Manfred Platzer die Lage. "Die Bevölkerung ist ziemlich in Aufruhr." Daran kann auch der verstärkte Polizeieinsatz nichts ändern.
"Ich traue mich nicht mehr in den Wald. Man weiß ja nicht, wann der Täter wieder zuschlagen wird", bemerkt eine Ortsbewohnerin, die anonym bleiben möchte. "Sollen die Schwammerl doch verfaulen."
Die Polizei ermittelt auf Hochtouren, versucht dem Täter auf die Spur zu kommen - bisher ohne Erfolg. Die Ermittler der Raubgruppe des Landeskriminalamtes gingen gestern wieder zahlreichen Hinweisen nach, die nach öffentlichen Aufrufen bei der Polizei eingelangt sind. Auch die LKA-Fahndungsgruppe und die Polizeiinspektion Kirchbach sind im Einsatz.
"Wir haben einige Hinweise, die nicht uninteressant sind", so Ermittlungsleiter Werner Rampitsch und sein Kollege Franz Reithofer. Ein konkreter Hinweis betraf einen unbekannten Mann, der am 4. und 27. Juli von einer Frau aus Kirchbach in Glatzau gesehen wurde.
Das erste Mal kam er - wie berichtet - aus einem Maisfeld. Das zweite Mal stand er zwischen Maisacker und Waldrand. Als ihn die Frau erblickte, nahm sie ihr Handy und tat, als wollte sie telefonieren. Daraufhin verschwand er im Wald, in jenem Wald, wo am Montag Maria S. überfallen wurde. Der Mann soll stark schielen und macht einen ungepflegten Eindruck. Weil die Zeugin in der Gegend regelmäßig unterwegs ist, schließt die Polizei nicht aus, dass ihr der Unbekannte das zweite Mal gezielt aufgelauert hat.
Gestern war auch eine Polizei-Hundestreife im Einsatz. Stundenlang suchten zwei Beamte mit einem Spürhund den Wald Meter für Meter ab. Ihr Augenmerk galt nicht nur möglichen Spuren, sondern auch der Handtasche, die der Täter geraubt hat. Er könnte sie wieder weggeworfen haben. Gefunden wurde die Tasche allerdings nicht. Auch die Spurensuche zwischen Maisacker und Waldrand verlief ohne Erfolg. Als es zu regnen begann, musste die Suche eingestellt werden.











