"Ordentlich groß und sattfarbig"
Der aus Fehring stammende Künstler Josef Kern zeigt in der Fürstenfelder Galerie Gölles Bilder und Reliefs.

Foto © PrivatDie Werke sind in der Fürstenfelder Galerie Gölles zu sehen
Prall"- kurz und bündig das Motto auf der Karte, die zur Vernissage am morgigen Samstag in die Fürstenfelder Galerie von Anton Gölles lädt. Prall, üppig wuchernd und farbenprächtig präsentiert sich die Blumenwelt, die Josef Kern auf Leinwand bannt. Das unglaublich vielfältige Herbarium mit Tulpen, Lilien, Pfingstrosen, Kaiserkronen und, und.... ist Mittelpunkt der Werkschau, die den aus Schiefer bei Fehring stammenden Künstler, der in den 80er Jahren zur Gruppe der "Jungen Wilden" gerechnet wurde, bereits zum dritten Mal in das Haus Gölles führt. Einmal auch gemeinsam mit Bruno Gironcoli, der Josef Kern als "das Beste, was wir in Österreich an Malerei haben" bezeichnete und sich von ihm porträtieren ließ.
Bekannt ist Kern auch für seine Aktmalereien. "Eigentlich habe ich immer das gemalt, was sich gut malen lässt. Von mir ausgehend zu Freundinnen und Freunden, den Modellen, die ich bezahlte und den Auftraggebern, die mich bezahlten", resümiert Kern sein Schaffen, dessen Handwerk ihm die Wiener Akademie vermittelte, wo er den Riegersburger "Nachbarn" Wolfgang Wiedner kennenlernte, später Siegfried Anzinger und Hubert Schmalix. Den Aufbruch zunächst von Schiefer und dann von Graz - "dort war ich acht Jahre interniert, habe aber Dank Luis Sammer meine wahre Berufung und in Alois Mosbacher meinen Freund und Weggefährten gefunden" - nach Wien empfand Kern als zwingend notwendig. Von dort eroberte er als gefragter Künstler Galerien wie Museen im In- und Ausland.
Alltag & Fiktion
"Ich habe gemalt, was mir in die Augen sprang, wenn ich vom Lesen aufschaute: Gegenstände, mit denen ich die Wohnung teilte oder Stillleben taugliche Früchte, viele Kürbisse und eben Blumen. Aber die ordentlich groß und sattfarbig", beschreibt der 58-Jährige Auswahl und Wiedergabe seiner Sujets. Kern wagt aber auch immer wieder einen Ausflug in surreale Welten, in denen er Realität und Fiktion, vermischt mit Erotik aufeinanderprallen lässt. Das trifft auch auf seine handwerklich perfekten Reliefs zu, mit denen Kern in der aktuellen Ausstellung in Fürstenfeld einen zweiten Schwerpunkt setzt.
"Während das Blumenmalen wegen der Vergänglichkeit der Blüten relativ schnell gehen muss, ist die Schnitzerei eine Geduldsprobe, weswegen ich meine Reliefs auch lieber im Winter mache. Sie entstehen nach dünnen Bleistiftzeichnungen aus der Phantasie und es gefällt mir, wie sie vorspringen und mit Licht und Schatten spielen."
Features
FAKTEN
Eröffnet wird die Werkschau Josef Kern "prall" morgen, Samstag, um 18 Uhr in der Galerie Gölles in Fürstenfeld (Augasse 4).
Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 30. August, Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr, bzw. nach Voranmeldung unter Tel. 0664-26 45 975.










