Dem Protest geht langsam die Luft aus
Über 4000 Unterschriften aus Radkersburg machten in Graz wenig Eindruck. Regionalmanagement übersiedelt nach Bad Radkersburg.

Foto © LenhardWalter Kröpfl und Christopher Drexler nahmen die Unterschriften entgegen
Es sprach zwar niemand offen aus. An den versteinerten Mienen der Radkersburger Delegation war aber deutlich erkennbar, dass die Reise nach Graz wohl umsonst war. Daran konnten auch die exakt 4115 Unterschriften nichts ändern, die gegen eine Zwangsfusion des Bezirkes Radkersburg mit Feldbach gesammelt und am Rande der Landtagssitzung an die beiden Klubobleute Walter Kröpfl (SP) und Christopher Drexler (VP) übergeben wurden.
Tenor der beiden: Am Entschluss ihrer Chefs Franz Voves und Hermann Schützenhöfer sei nicht mehr zu rütteln. "Man muss die Kirche im Dorf lassen. Für den Bürger wird sich durch die Verwaltungsreform nichts ändern", betonte Drexler einmal mehr. Kröpfl setzte nach: "Basisdemokratische Entscheidungen sind gut, man kann aber nicht überall mitreden." Die rund zehnköpfige Delegation rund um Komitee-Sprecherin Waltraud Sudy nahm's bitter zur Kenntnis: "Wir werden am Mittwoch beraten, ob wir weitermachen." Die Chancen, dass der Protest fortgesetzt wird, sind aber äußerst gering.
Thema war die Bezirksreform Montagabend auch im Gemeinderat der Abtrünnigen-Hochburg Mureck. "Wir haben beschlossen, die Situation nächste Woche im Rahmen einer Klausur ausführlich zu analysieren", berichtet Bürgermeister Josef Galler. An eine Abspaltung nach Leibnitz glaubt in Mureck aber wohl niemand mehr.
Beschlossene Sache ist hingegen, dass die "Steirische Vulkanland Regionalentwicklung GmbH" von Kornberg nach Bad Radkersburg übersiedelt. Der Umzug der operativen Einheit für die Kooperation der Kleinregionen und Interessensvertretungen in den Noch-Bezirken Radkersburg und Feldbach soll spätestens 2013 erfolgen.
Als reine Kompensation für den Verlust der Bezirkshauptstadt an Feldbach sei das laut Vorsitzendem Anton Gangl aber nicht zu sehen: "Bad Radkersburg ist durch seine Nähe zu Slowenien und Kroatien ein interessanter Standort. Und die Mietverträge in Kornberg wären sowieso ausgelaufen."









