Regisseur des Weintheaters
Roland Großinger kennt fast alle Weinbau- gebiete der Welt. Seit einem Jahr inszeniert der Önologe in Bad Radkersburg sein Weintheater.
Wenn es um Wein geht, kann man Roland Großinger nichts vormachen. Als Spross einer Winzerfamilie aus der Wachau wurde dem gebürtigen Niederösterreicher die Begeisterung für den edlen Rebensaft bereits in die Wiege gelegt. Dass ihn diese Leidenschaft ein paar Jahrzehnte später nach Bad Radkersburg verschlagen sollte, konnte er damals freilich noch nicht wissen.
Spätestens nach der Grundausbildung an der renommierten Weinbauschule Klosterneuburg war Großinger aber klar, dass er etwas von der Welt sehen wollte. Der Wein war das Reiseticket. "Meine berufliche Laufbahn hat mich um den ganzen Erdball geführt. Bis auf China habe ich alle bedeutenden Weinbaugebiete dieser Welt selbst gesehen", erzählt Großinger. Die Steiermark hat der Önologe 1985 kennen und lieben gelernt. Ausschlaggebend war ein Job beim südsteirischen Weingut Tscheppe, mittlerweile hat er seinen Hauptwohnsitz längst nach Mürzhofen in die Obersteiermark verlegt.
Von dort aus pendelt das Gründungsmitglied des steirischen Sommelierverbandes und der steirischen Weinritter seit rund einem Jahr nach Bad Radkersburg. In der Urbani-Vinothek von Gerald Kolleritsch geht er nämlich seinem "Pensions-Job" nach. Mit der Tätigkeit eines herkömmlichen Vinothekars hat dieser aber nur wenig zu tun. Großinger sieht sich vielmehr als Regisseur eines Weintheaters, das er jeweils Montag und Donnerstag im historischen Altstadtkeller in der Langgasse inszeniert.
Wein und Unterhaltung
"Der sensorische Aspekt ist mir bei Verkostungen zu wenig. Ich will dem Publikum auch etwas Unterhaltung bieten", erzählt Großinger. Dementsprechend sind seine Degustationen immer einem bestimmten Motto untergeordnet. Besonders beliebt ist etwa das "Gender-Tasting", wo Frauen gegen Männer antreten, um möglichst viele richtige Treffer zu landen.
Getrunken werden ausschließlich Weine aus einem Umkreis von 35 Kilometern. "Es ist unsere Philosophie, den südoststeirischen Wein zu forcieren. Die regionalen Winzer können auch international mithalten", meint Großinger, der es wissen muss.










