Hoch "Gulliver" sorgt für Trockenheitsrekord
Bis zu 22 Grad Celsius und Sonnenschein versprechen die kommenden Tage. Damit hält auch die Trockenheit im Süden an. Die Landwirtschaft sieht darin noch kein Problem.

Foto © FuchsAm Samstag gibt es über 20 Grad - das lockt auch schon im März ins Grüne
Wir befinden uns im Jahre 2012 nach Christus. Ganz Mitteleuropa war im Winter massig schneebedeckt. . . Ganz Mitteleuropa? Nein! Ein von unbeugsamen Murtalern, Ost- und Weststeirern bevölkertes Gebiet leistete den Niederschlägen Widerstand.
Eingekesselt von Schneerekorden nördlich der Alpen und Schneerekorden von Slowenien, Kroatien bis nach Süditalien, warten die "Gallier" von Fürstenfeld bis Knittelfeld noch am Mittwoch auf ergiebigen Regen oder Schnee: "Dort sind die Niederschlagswerte zwischen November und März die niedrigsten seit Beginn der Aufzeichnungen", weiß Hannes Rieder von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.
Dabei fehlten nur 50 bis 100 Kilometer auf das kühle Nass. Rieder: "Im Süden Europas gab es im Jänner und Februar viele Tiefdruckgebiete, die sich in Slowenien und Kroatien ausgetobt haben. Doch die Niederschläge zogen Richtung Griechenland und Türkei, während Südösterreich nur Wolken erreichten."
ZELTWEG
Auch das Murtal war außergewöhnlich trocken. Mit 44 Millimeter Regen und Schnee zwischen November und März wurde der Durchschnittswert um 130 Millimeter unterboten. Daran wird sich auch in den kommenden Tagen nichts ändern. Die Prognose verspricht Sonnenschein und bis zu 19 Grad Celsius.
BAD AUSSEE
Das Gegenteil im Norden der Steiermark. Schon der Bad Ausseer Durchschnittsniederschlag von 537 Millimetern ist hoch. Die heurigen 628 Millimeter übertreffen diesen Wert klar. Zudem gab es im Jänner die in Bad Aussee höchste jemals gemessene Schneehöhe von 1,70 Meter. Dieses Wochenende wird es warm bei 17 Grad.
FÜRSTENFELD
Bis zu 15 Grad zeigt das Thermometer am Mittwoch in Fürstenfeld an. In den kommenden Tagen warten auch hier Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke. Der Vergleich der 41 Millimeter Niederschlag in Fürstenfeld in den letzten fünf Monaten mit dem 30-jährigen Mittelwert von 190 Millimetern zeigt, wie trocken dieser Winter war.
GRAZ
Im März gab es in Graz noch keinen Niederschlag. Schon ein stärkeres Sommergewitter übertrifft die 37 Millimeter Regen und Schnee, die seit 1. November in der Landeshauptstadt gefallen sind. Regen gibt es auch in den kommenden Tagen nicht, am Mittwoch dafür 16 sonnige Grad und am Wochenende bis zu 22 Grad Celsius.
BAD RADKERSBURG
Obwohl Bad Radkersburg von den Ausläufern der südlichen Tiefdruckgebiete getroffen wurde, bleibt man mit 61 Millimeter Niederschlag zwischen November und März klar unter dem Durchschnittswert von 246 Millimetern im selben Zeitraum. Die Temperaturen steigen bis Sonntag auf 21 Grad. am Mittwoch gibt es 14 Grad.
Regen oder Schnee zeichnet sich laut Rieder auch in den kommenden zehn Tagen nicht ab. Im Gegenteil. Hoch "Gulliver" zieht bis zum Wochenende von England in die Steiermark und wird uns in die nächste Woche begleiten. "Im Tal gibt es ab Mittwoch zweistellige Plusgrade, am Wochenende bis zu 22 Grad Celsius," erklärt der Meteorologe. Auch in über 2000 Metern Seehöhe soll es bis morgen frostfrei sein.
Das entstehende Schmelzwasser wird die Grundwasserstände nur im Nahbereich der Mur marginal beeinflussen, weiß Gunther Suette vom Landesreferat für Hydrografie: "Seit November gibt es im Süden eine gleichmäßig geneigte Auslaufkurve beim Grundwasser." Das sei für die öffentlichen Wasserreserven, dank der guten technischen Möglichkeiten, kein Problem. Die Grundwasserbestände können sich aber nicht auffüllen, die Oberböden könnten bei diesen Verhältnissen bald austrocknen.
Landwirtschaft
Dennoch ist man in der Landwirtschaftskammer mit den momentanen Bedingungen zufrieden. Rosemarie Wilhelm erklärt, dass langsam der Anbau des Sommergetreides starte: "Bei Regen könnte man mit den schweren Traktoren nicht ins Feld fahren." Die Wurzeln von Wintergetreide, Obst und Wein holen sich ihr Wasser auch aus tieferen Lagen.
Im noch trockeneren Kärnten steigt die Waldbrandgefahr inzwischen. Laut Wilhelm für den Norden, aber auch für den Süden der Steiermark noch kein Thema.









