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Zuletzt aktualisiert: 17.08.2012 um 20:19 UhrKommentare

"Kleine Einheiten sind also doch nicht teurer"

In einem österreichweiten Ranking zur Bonität der Gemeinden landet Gallmannsegg auf Platz 11. Bürgermeister August Hohl weiß warum.

Bürgermeister August Hohl möchte unter den derzeitigen Voraussetzungen keine Gemeindezusammenlegungen

Foto © KruschBürgermeister August Hohl möchte unter den derzeitigen Voraussetzungen keine Gemeindezusammenlegungen

Und wenn man immer weiter in das Tal hineinfährt, landet man irgendwann in Gallmannsegg. Ein eleganter Schriftzug auf einem Marmorblock weist darauf hin, dass man da ist. Rechts und links säumen Ein- und Mehrfamilienhäuser mit sehr gepflegten Gärten die schmale Straße, auf der immer wieder Lkws entlang rumpeln. Sie kommen vom Steinbruch, der neben der Landwirtschaft die wichtigste Einnahmequelle im 320-Seelen-Dorf ist. Sonst ist es hier ruhig. Schule, Kindergarten und auch der Sportplatz sind im benachbarten Kainach, mit dem (gemeinsam mit Kohlschwarz) vor 58 Jahren eine Verwaltungsgemeinschaft eingegangen wurde. Eine Entscheidung, die mit dafür verantwortlich ist, dass das kleine und unbekannte Gallmannsegg plötzlich auf Platz 11 eines österreichweiten Gemeinderankings gelandet ist (siehe rechts).

Das Gemeindemagazin public hat mit Experten des Zentrums für Verwaltungsforschung anhand von vier Kennzahlen die Bonität österreichischer Gemeinden erhoben. Mit einbezogen wurden dabei das Verhältnis zwischen laufender Gebarung und laufenden Ausgaben wie die Eigenfinanzierungsquote, die Verschuldung und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinden. Auf Schulnotenprinzip wurde ein Mittelwert errechnet. Im Zeugnis von Gallmannsegg steht 1,26. Womit die Gemeinde an erster Stelle in der Steiermark steht. Auf Platz 15 folgt Sebersdorf. Andere steirische Gemeinden kommen erst auf den 20er Plätzen und später.

Bürgermeister August Hohl freut sich über die Platzierung und weiß auch, wie es dazu kommt. "Wir wirtschaften in der Gemeinde so, wie wir es auch als Privatpersonen tun", meint er. "Ich kann nur das ausgeben, was ich habe." Seit dem Jahr 2000 wurde kein Darlehen aufgenommen. Es wurde nur umgesetzt, was durch fixe Zusagen für Zuweisungen gedeckt war. Das Resultat findet man auch im Rechnungsabschluss des Jahres 2011 - die Verschuldung von null Prozent ist schwarz auf weiß nachzulesen.

Gegner der Reform

Für Hohl, der von Anfang klarer Gegner der vom Land geplanten Gemeindezusammenlegung war, ist die Erhebung von public ein deutliches Zeichen für die Bedeutung von Kleingemeinden. 11 der besten 15 Gemeinden haben weniger als 2500 Einwohner, immerhin fünf sogar weniger als fünfhundert. "Das ist doch ein deutliches Zeichen, dass kleinere Einheiten nicht teurer sind", meint Hohl. In einer kleinen Gemeinde habe man eben eher den Überblick über alles, was in größeren Einheiten schwieriger ist. Die Verwaltungsgemeinschaft sei ebenfalls eine wichtige Einrichtung. Schulrenovierungen, Sportplatzerrichtung oder andere größere Sprünge könne man sich sonst als kleine Gemeinde nicht leisten. "Aber eine Verwaltungsgemeinschaft widerspricht nicht der Eigenständigkeit", kämpft er für Gallmannsegg. "Man sieht doch, dass wir hier gut arbeiten", meint er. "Aber das Land tut so, als könnten wir gar nichts. Und deswegen muss man uns zusammenlegen?" Die geringe Wertschätzung von oben schmerze auch persönlich, gibt Hohl zu.

In den kommenden Wochen sollen die ersten Berechnungen des Landes zur Strukturreform präsentiert werden. Dann möchte Hohl entscheiden, wie es für ihn weitergeht. Einer Zusammenlegung unter den derzeitigen Voraussetzungen wird er jedoch nicht zustimmen.

HEIKE KRUSCH

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Grafik © Kleine Zeitung, Quelle: public

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