Bezirks- und Gemeindesuche
"Eine Chance und keine Bedrohung"
In St. Peter-Freienstein steht der Termin für die Bürgerbefragung zum Thema Gemeindefusion fest. Von dieser Entscheidung hängt vieles ab.
Am Sonntag, dem 1. Juli, müssen sich die Bürger von St. Peter-Freienstein entscheiden, ob Bürgermeisterin Anita Weinkogl mit Leoben oder mit Trofaiach Fusionsgespräche aufnehmen soll. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde in St. Peter einstimmig festgelegt, dass eine Bürgerbefragung zu dem Thema durchgeführt wird.
"Ich bin sehr viel unterwegs in der Gemeinde. Die Stimmung ist geteilt. Wir werden vor der Bürgerbefragung von Leoben und von Trofaiach Informationen einholen und sie für die Bürger in einem Folder aufbereiten", erklärt Weinkogl. Sie lasse die Bürgerbefragung nun auf sich zukommen: "Rechtlich ist das Ergebnis nicht bindend, aber ich werde mich sicher nicht über die Entscheidung der Bürger hinwegsetzen", betont Weinkogl.
Indes hofft Franz Toblier, Bürgermeister von Traboch, dass in St. Peter eine Entscheidung für Leoben zustande kommt. "Wir wünschen uns, dass eine vernünftige Entscheidung im Sinne der Stärkung des Wirtschaftsraums erfolgt", so Toblier. Vielleicht könne man auch noch St. Michael, St. Stefan, Niklasdorf und Proleb für Fusionsgespräche ins Boot holen: "Die Gemeinden würden gut dazupassen. Solange es in St. Peter keine Entscheidung gibt, hängt aber alles in der Luft", meint Toblier.
Eine Chance
Harald Tischhardt, Finanzstadtrat von Leoben, bricht einmal mehr eine Lanze für eine Gemeindefusion mit St. Peter-Freienstein und Traboch: "Bündeln wir die Kräfte. Leoben ist keine Bedrohung, sondern eine Chance und ein Motor für die Region." Er orte bei vielen Menschen in der Region gewisse Vorbehalte vor der Bezirkshauptstadt. Die Pluspunkte einer Fusion seien eine solide finanzielle Basis für gemeinsame Projekte, eine professionelle, bürgernahe und dezentrale Verwaltung, optimale Voraussetzungen für Betriebsansiedlungen und eine Erhöhung der Lebensqualität. "Wir wollen, dass die Leute die Möglichkeit haben, bei uns zu arbeiten, sich in Leoben oder dem Umland anzusiedeln, um dem Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken", so Tischhardt weiter. Durch eine Fusion würden für alle, die sich zusammenschließen, wesentlich mehr an Ertragsanteilen fließen. Damit könne man weitere, wichtige Akzente setzen: "Die Zusammenlegung der Bezirke Judenburg und Knittelfeld sowie Bruck und Mürzzuschlag haben Leoben alleine stehen lassen - aber im positiven Sinn", so Tischhardt. Leoben sei der Zentralraum der Obersteiermark: "Diese Position gilt es, zu stärken."
Liesingtal
Auch für das Liesingtal beginnt sich das Rad zu drehen. Am 30. Mai sind Wald am Schoberpass und Kalwang zum Gespräch auf der Bezirkshauptmannschaft eingeladen. Mario Angerer, Bürgermeister von Kalwang: "Ich bin für alles offen, werde mir aber die Vorschläge des Landes anhören." In der Kleinregion Liesingtal habe man sich für eine Zusammenarbeit der Gemeinden entschieden. "Man muss schauen, was unterm Strich herauskommt, aber ich verschließe mich gegen nichts", so Angerer. Ähnlich auch Hans Schrabacher, Bürgermeister von Wald: "In der Kleinregion haben wir uns entschieden, eigenständig bleiben zu wollen, aber wir wollen kooperieren. Ich werde mir anhören, welche Alternativen zur Eigenständigkeit das Land hat", so Schrabacher.











