Steirer des TagesEr will in Graz die weltweit größte Solarenergieanlage bauen

Mit der Solaranlage am eigenen Dach hat alles begonnen. 25 Jahre später plant Christian Holter das weltweit größte Projekt im Großraum Graz: Bis zu einem Viertel des Energiebedarfs der Landeshauptstadt könnte gedeckt werden.

Solid-Unternehmensgründer Christian Holte © KK
 

Es wäre die weltweit mit Abstand größte Solarenergieanlage, die da im Großraum Graz entstehen könnte. Mit den geplanten 450.000 Quadratmetern Kollektorfläche – so groß wie rund 420 Fußballfelder – könnte bis zu einem Viertel des Energiebedarfs der Landeshauptstadt gedeckt werden. Und auch wenn die Grundstücksfrage für das jüngste und bislang spektakulärste Riesenprojekt des Grazer Solarenergie-Spezialisten Solid noch zu klären ist, zieht Unternehmensgründer Christian Holter anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums dieser Tage eine positive Zwischenbilanz.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte auf dem Dach seines eigenen Hauses. Nach Wanderjahren von Graz (Volksschule) nach Oberösterreich (Gymnasium) und Salzburg (Biologiestudium) gerade erst wieder nach Graz zurückgekehrt, plante Holter 1990 für sein eben erstandenes, renovierungsbedürftiges, altes Bauernhaus am Stadtrand von Graz eine Solaranlage. „Als Umweltwissenschaftler konnte ich nicht Ökologie predigen und mit Kohle heizen“, beschreibt Holter heute die damalige Intention.

Es wurde ein Pionierprojekt, das auch Schaulustige und neugierige Techniker anlockte. Das breite Interesse war Keim für Holters Geschäftsidee. Gemeinsam mit Franz Radovic gründete er zwei Jahre später Solid.

Anfangs in der Szene bisweilen als „Spinner“ belächelt, wuchs mit einer Reihe von erfolgreich realisierten Großanlagen die Anerkennung. „Heute ist es ein Dialog auf Augenhöhe mit den großen Energieversorgern“, ist Holter zufrieden. Mittlerweile stehen Solid-Anlagen in Portugal, Belgien, Schweden, Bosnien, Tschechien, Italien, Bulgarien und dem Kosovo und liefern solare Wärme und Kälte. 2006 baute man ein Projekt für die Olympischen Sommerspiele in Peking, 2009 setzte die bis 2013 leistungsstärkste solare Kühlanlage der Welt in Singapur neue Maßstäbe. In den USA hat man auf Dachflächen der Harvard University und der Produktionshallen von Pepsi Cola Anlagen gebaut. Weltweit sind es mittlerweile mehr als 300 Großanlagen.

Der Drang nach vorn ist ungebrochen, auch wenn Holter manchmal wegen der Rahmenbedingungen hadert: „Die Ignoranz und die Dummheit, weshalb Dinge wegen fehlenden Mutes nicht passieren, obwohl sie technisch möglich sind, sind schon ärgerlich.“

Zur Person

Christian Holter ist fünffacher Familienvater und Gründer des Solaranlagen-Spezialisten Solid.

Das Grazer Unternehmen hat 36 Mitarbeiter und drei Auslandsniederlassungen
(Singapur, Frankfurt, San Diego).

Exportquote: 80 Prozent.

www.solid.at

Kommentare (5)

Kommentieren
Eyeofthebeholder
0
0
Lesenswert?

Er soll machen was er will, solange KEINE Steuergelder

dafür verschwendet werden und er das aus seiner Tasche bzw. der Tasche seiner Firma bezahlt.

Tatsache ist, dass wir PV-Strom in Österreich nicht brauchen. Uns fehlt Strom am späten Nachmittag und frühen Abend im Winter - und da bringt PV rein gar nichts!

Antworten
hermannsteinacher
2
2
Lesenswert?

Solare Kälte

klingt paradox gut.

Antworten
paulrandig
0
4
Lesenswert?

hermannsteinacher

Ist ja auch paradox bzw. ein Privativum. Denn es wird ja keine Kälte erzeugt, sondern Wärme unter Erzeugung zusätzlicher Abwärme einfach wo anders hin verschoben.
Insofern ist es immer am besten die Wärme durch entsprechende Beschattung, Dämmung und Pufferung erst gar nicht dorthin kommen zu lassen, wo man sie nicht haben will.

Antworten
paulrandig
1
5
Lesenswert?

Mut... naja

Zuweilen ist Vorsicht und reifliches Überlegen gegenüber dem technisch Möglichen auch nicht ganz verkehrt.
Wo er allerdings Recht hat ist, dass es viel zu viele nackte und ungenutzte Dachflächen gibt. Diese mit extensiver Begrünung und PV-Anlagen zu versehen, würde viele, viele Fliegen mit einer Klappe schlagen:
Weniger Kosten für Kühlung, Feinstaubfänger, Nahrung für Insekten, Verdunstungskühle im Sommer für die Stadtluft, Pufferung von Starkregenereignissen für die Kanalisation, und nicht zuletzt steigert eine Dachbepflanzung wiederum durch die Verdunstungskühle den Ertrag von PV-Anlagen am selben Dach um 5%.
Nur weil wir Hallendächer in den letzten 60 Jahren "immer schon so" gemacht haben, heißt nicht, dass wir ewig so weitermachen müssen.

Antworten
pesosope
0
3
Lesenswert?

Mut... ja

aber nicht von Solid, sondern von den vielen und jahrelangen Fördergebern, die noch nie eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt haben, noch nie auch nur im Ansatz die Wertigkeit der Förderungen hinterfragt haben und die nach wie vor das Geld in Projekte hineinpulvern, nur weil es Solar heißt. Selbstverständlich brauchen wir diese Energie, aber nur dort, wo es auch Sinn macht und nicht dort, wo es einfach nur beruhigend klingt!

Antworten

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.