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Zuletzt aktualisiert: 29.09.2012 um 07:00 UhrKommentare

Paul Kainbacher drückt der Geschichte den Stempel auf

Paul Kainbacher aus Köflach erhielt den "Grazer Merkur" für besondere Verdienste um die Philatelie.

Wurde für Publikation und Grundlagenarbeit geehrt: der Köflacher Paul Kainbacher

Foto © HEIKE KRUSCH Wurde für Publikation und Grundlagenarbeit geehrt: der Köflacher Paul Kainbacher

Er ist der Letzte seiner Art: Seit 1965 wird der "Grazer Merkur" als eine der wichtigsten Auszeichnungen Österreichs für Philatelie verliehen. Der Köflacher Paul Kainbacher hat die letzte Plakette der Erstproduktion für seine Verdienste zur geschichtlichen Dokumentation des Postwesens erhalten. Und muss sie für kommende Preisträger als Model zur Nachproduktion gleich wieder hergeben. Macht nichts, in seinem Büro ist ja eigentlich ohnehin kein Platz mehr.

Rechts ist Niederösterreich, links die Steiermark, hinter der Tür stehen die Regale für Kärnten und Osttirol. "Und dann sind da noch unzählige Laufmeter an Akten verteilt im ganzen Haus", so Kainbacher, der sich seit seinem 17. Lebensjahr in seiner Freizeit voll und ganz dem Postwesen verschrieben hat. Es begann mit den Briefmarken auf Geschäftsbriefen des Vaters und endete . . . "Nein, noch ist es nicht zu Ende", meint der 75-Jährige, der Teile seiner Sammlung vielfach öffentlich gezeigt hat. "Privat habe ich das nie gebraucht", lacht er. "Das Herz meiner Frau konnte ich auch erobern, ohne ihr meine Briefmarkensammlung zu zeigen." Ihre Akzeptanz war es auch, die seine intensive Beschäftigung mit dem Thema erst ermöglichte. Kainbachers Spezialgebiet: das Jahr 1850 und die Vorphilatelie - also die Zeit, in der es statt Marken nur Stempel gegeben hat.

Recherchiert hat der gelernte Kfz-Mechaniker und gebürtige Kärntner dafür unter anderem im Hofkammerarchiv - "im Hochsommer am Dachboden, nur mit Wasserflasche und Bleistift bewaffnet" - und in so gut wie allen Postämtern der Steiermark.

Dort ist er auch heute noch oft anzutreffen. Wenn er einen jener vielen Briefe aufgibt, die an seinen Sohn in Amerika adressiert sind. Briefe schreiben statt E-Mails schicken. Ja. Kainbacher selbst ist eben auch irgendwie einer der Letzten seiner Art.

HEIKE KRUSCH

Zur Person

Paul Kainbacher (75 Jahre alt) stammt aus Wolfsberg in Kärnten. Vor 45 Jahren übernahm er eine Kfz-Werkstatt in Köflach und lebt seitdem in der Steiermark. Er ist verheiratet, hat vier Kinder.

Er wurde mit dem Philateliepreis "Grazer Merkur" ausgezeichnet.

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