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Zuletzt aktualisiert: 18.09.2012 um 05:00 UhrKommentare

Weltmaschinenkunst

Das Kunsthaus Graz zeigt ab heute eine Schlüsselarbeit Richard Kriesches von 1973. Der Künstler selbst arbeitet indes heftig an der Zukunft.

Pionier und Vordenker: Richard Kriesche verknüpft das Gestern mit dem Heute und dem Morgen

Foto © Marija KanizajPionier und Vordenker: Richard Kriesche verknüpft das Gestern mit dem Heute und dem Morgen

Für die Neue Galerie Graz entwickelte Richard Kriesche 1973 seine große "live-video-sound-installation". Ab heute ist die Schlüsselarbeit des Medienpioniers, rekonstruiert für die Schau "medien.kunst.sammeln", im Kunsthaus Graz zu bestaunen.

Aber Richard Kriesche wäre nicht Richard Kriesche, würde er sich nur mit der eigenen (Kunst-) Geschichte befassen. Mit bald 72 ist der gebürtige Wiener, der seit 1963 in Graz lebt, umtriebig wie eh und je. Wie der mehrmalige Biennale- und documenta-Teilnehmer vor einer Woche auch beim Gleisdorfer Symposion "basis-kunst" bewies. Es ist der Auftakt für eine vorerst auf drei Jahre ausgelegte Entwicklungsarbeit, aus der ein neues Modell kultureller Arbeit hervorgehen soll.

Gemeinsam mit dem Gleisdorfer Kunstsammler Erich Wolf lud Kriesche Museumsleute aus Deutschland, der Schweiz und Österreich in die großartige Rundhalle von Binder & Co., außerdem kunstaffine Wirtschaftstreibende wie Manfred Gaulhofer, Hans Roth, Martin Cserni und solche, die es werden könnten. Nicht zuletzt präsentierten 20 Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten. Von Manfred Erjautz, Sonja Gangl, G.R.A.M. bis hin zu Markus Wilfling, Anita Witek und zweintopf.

Künstlern, so Kriesche im Zusammenhang mit der von den Proponenten der "basis-kunst" angestrebten Gründung einer "plattform steirische gegenwartskunst", solle es nicht ergehen wie ihm bei einer seiner ersten Ausstellungen in Feldbach. Damals habe der Bürgermeister seinen Vorschlag, die Gemeinde möge etwas ankaufen, mit einem klaren "Auch Beethoven hat gehungert!" abgeschmettert.

2014 möchten Kriesche, Wolf und Partner ein konkretes Konzept vorlegen, in dem "nicht die strategisch auf globale Verträglichkeit ausgerichtete Kunst steht, nicht das tausendste Museum mit ,more of the same'". Als Patron der Bemühungen wurde Franz Gsellmann gewählt, der Konstrukteur der "Weltmaschine". Man darf gespannt sein.

live-video-sound-polaroid-installation. Präsentation heute, 19 Uhr, Kunsthaus Graz. www.museum-joanneum.at

WALTER TITZ

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