Bezirks- und Gemeindesuche
Eine Herzensangelegenheit
Sein Doping ist die Lebensfreude. Ludwig Szeberenyi sicherte sich bei den Europäischen Spielen der Herztransplantierten vier Medaillen.

Foto © PrivatIn Ludwig Szeberenyis Brust schlägt ein fremdes Herz: "Mein zweites Leben"
Am 20. Jänner 2007 beendet ein Anruf das bange Warten. "Herr Szeberenyi, Wir haben ein Herz für Sie." Selbst kann er's kaum glauben, seine Lebensgefährtin bricht zusammen. Aus purer Erleichterung. Am Morgen des 21. Jänner, öffnen die Ärzte Ludwig Szeberenyis Brustkorb und entfernen sein altes Herz. Sein zweites Leben kann beginnen. Mit dem Herzen eines Fremden.
Ein aktives Leben, nach den langen Jahren des Wartens. Kein Wunder also, dass Ludwig Szeberenyi besonders stolz auf seine vier Medaillen ist, die er sich bei den "Europäischen Spielen der Herz- und Lungentransplantierten 2012" in Apeldoorn (Niederlande) erkämpfen konnte. Der 62-Jährige sicherte sich Gold in der Klasse Männer 60+ im Hochsprung und Kugelstoßen, Silber im Schlagballwurf und 400-Meter-Lauf. Rund 250 Sportler aus zwanzig Nationen beteiligten sich an den Spielen. Szeberenyi war der erste in Graz Transplantierte, der bei den Spielen teilgenommen hat. "Ich bin wirklich stolz wie Oskar. Denn eigentlich habe ich nicht damit gerechnet, eine Medaille zu bekommen", so der Grazer.
Das Glück teilen
Aber nicht nur sportlich genießt der Pensionist sein Leben in vollen Zügen oder besser gesagt Schlag für Schlag. "Ich versuche das Glück, das ich gehabt habe, mit meinen Mitmenschen zu teilen." Denn ein bisserl ist Szeberenyi auch davon überzeugt vor einigen Jahren, ganz unbewusst ein Gegengeschäft mit dem Schicksal gemacht zu haben.
1999 hatte er einem Amerikaner Knochenmark gespendet, weil er der einzige unter sechs Millionen möglichen Spendern war, der passte. Kurz nach seiner Spende landete eine Postkarte in seinem Briefkasten. "Lieber Knochenmarkspender. Gott segne dich und deine Familie", stand da. "Vielleicht habe ich ja ein Spenderherz bekommen, weil ich schon einmal Leben gespendet habe", so Ludwig Szeberenyi.
Der zweifache Opa engagiert sich in seiner Pension auch als Leihopa und betreut Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit. "Viele Kinder haben es schwer. Ich helfe, wo ich kann. Vor allem jetzt wo mir noch etwas Lebenszeit geschenkt wurde."








