Bezirks- und Gemeindesuche
Gegen das Unwissen
Elisabeth Pless ist Österreichs erste Epilepsie-Fachberaterin.

Foto © Sabine HoffmannDas Thema Epilepsie und Arbeit ist die Kernkompetenz von Pless
Sie war der klassische Fall. Als bei Elisabeth Pless' Mann Epilepsie diagnostiziert wurde, ging es ihr wie den meisten Betroffenen: Sie hatte keine Ahnung, wie sie damit umgehen sollte. "Ich wusste nichts über die Krankheit", sagt sie, und merkte bald, dass in Österreich generell ein Informationsnotstand herrscht. Damals beschloss sie, daran etwas zu ändern und gründete die Interessensgemeinschaft Epilepsie. Heute ist sie Österreichs erste und einzige Epilepsie-Fachberaterin.
300 Stunden Ausbildung in Bielefeld haben sie zu dieser Fachberaterin gemacht - eine Aufgabe, in der sie vor allem Vermittlerin ist. Zwischen Betroffenen und ihren Arbeitgebern und -kollegen zum Beispiel. Denn wie Pless selbst vor 15 Jahren wissen nur die wenigsten etwas mit der Krankheit Epilepsie anzufangen.
Keine Geisteskrankheit
"In Österreich ist die Unwissenheit besonders schlimm", sagt Pless, eine gebürtige Niederösterreicherin, die seit 1994 in der Steiermark lebt. So glauben noch immer 20 Prozent, Epilepsie sei eine Geisteskrankheit - die sie definitiv nicht ist. Auch geht die Epilepsie nur in seltenen Fällen mit Krampfanfällen und Schaum vor dem Mund einher - viel öfter sind epileptische Anfälle leise, kaum merklich. "Viele versuchen ihre Krankheit so lange wie möglich zu verschweigen, da sie Angst vor Ausgrenzungen haben", sagt Pless. Dabei zeigen Studien, dass gut eingestellte Epileptiker weder mehr Krankenstände noch mehr Unfälle am Arbeitsplatz verursachen.
Gerade das Thema Epilepsie und Arbeit ist die Kernkompetenz von Pless, leitet sie doch seit 2010 den gemeinnützigen Beratungsdienst "Epilepsie und Arbeit", der Betroffene bei der Arbeitsuche unterstützt. "130 Anfragen hatten wir allein heuer", zeigt Pless, dass der Bedarf da ist. Als Fachberaterin will sie nun vor allem eines: Information geben, wo noch Unwissen regiert.
Features
Fakten
Elisabeth Pless wurde am 18. 9. 1966 in Niederösterreich geboren. Seit 1994 lebt sie in der Steiermark.
Seit 2010 leitet sie "Epilepsie und Arbeit". Betroffene bekommen kostenlos Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz.








