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Die doppelte Sensation im Bauch des "toten Soldaten"
Zwei gegensätzliche Schreiben wurden 1935 in das Österreichische "Heldendenkmal" geschmuggelt.
Die Krypta im äußeren Wiener Burgtor gilt als der bedeutendste Gedenkort der Republik, sowohl für die gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs als auch für die Opfer des NS-Widerstands. Zentrales Symbol für das Soldatengedenken ist das Denkmal des "toten Soldaten", das der Bildhauer Wilhelm Frass Mitte der 1930er-Jahre geschaffen hatte.
Über Jahrzehnte kursierte das von Frass selbst in die Welt gesetzte Gerücht, er habe in seinem Denkmal heimlich ein Huldigungsschreiben an den Nationalsozialismus versteckt. Der Verdacht war insofern plausibel, als Frass bereits seit 1933 Mitglied der damals in Österreich verbotenen NSdAP gewesen war. Als Fachleute Mitte Juli das Denkmal aber öffneten, tauchte darin zur Überraschung aller nicht nur Frass' Schreiben auf, sondern ein zweiter, pazifistischer Text seines (weniger bekannten) Bildhauerkollegen Alfons Riedel.
Um Legendenbildungen und Fälschungsvorwürfe von vornherein auszuschließen, ging das Verteidigungsministerium beim Öffnen des Denkmals extrem vorsichtig vor. Sämtliche Handgriffe wurden per Kamera aufgezeichnet, zugegen war neben den Denkmalexperten sogar ein Notar.








