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Wie man ein Schiff zur Jacht macht
Mit seinem Jacht- entwurf räumte Binnenländer Benjamin Toth (27) den "goldenen Neptun" ab.
Es war einmal ein altes Industrieschiff für Fischerei. Es sind nun: 60 vergoldete Fuß. Für seine Diplomarbeit und das Design der "ReSeadence 50" räumte der Grazer FH-Absolvent Benjamin Julian Toth den "goldenen Neptun" und 5000 Euro Preisgeld ab. Die nach dem römischen Meeresgott benannte Auszeichnung ist so etwas wie der weltweite Oscar unter den Design-Nachwuchspreisen. Und damit darf sich der Industrial Designer Toth nun "Young Designer of the Year" nennen. Als Binnenländer, wohlgemerkt, hat er sich gegen Designer aus aller Welt durchgesetzt.
Neuer Charakter aufgesetzt
"Bei meinem Entwurf war mir das Thema Upcycling, also die energiesparende Wiederverwertung, wichtig. Ziel war es auch, gängige Normen der Schiffsindustrie sinnvoll zu brechen - um Nachhaltigkeitsthemen einen neuen Impuls zu verleihen", sagt der 27-Jährige. Er hat also den alten Schiffskörper als solchen belassen und ihm durch ausgetüfteltes Design einen neuen Charakter aufgesetzt und damit "neue Werte" eingehaucht. Spielereien inklusive: Vom Sonnendeck, Aussichtspunkt bis zum Pool, ist in seinem prägnanten Entwurf alles mit an Bord. Für Toth selbst war es der erste Ausflug in die Jacht-Welt. Die Preisverleihung ging ebenso erstklassig über die Bühne: in der Oper von Monte Carlo.
Ob die "ReSeadence 50" jemals realisiert wird, steht noch in den Sternen. Aber eines ist für den Designer, der seit seinem Abschluss wieder in Wien lebt, seither klar: Er will der Branche treu bleiben. Demnächst ist er übrigens mit dem Entwurf nach Fort Lauderdale in Florida eingeladen. Und wie es sich weniger luxuriös in den Armen von Neptun schaukeln lässt, das erfährt er erst einmal bei einem Segelurlaub in Südfrankreich.








