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Zuletzt aktualisiert: 18.07.2012 um 07:00 UhrKommentare

Johann Koinegg: Hauptsache nachhaltig

Ein Dach, das schützt und Strom erzeugt: Johann Koinegg erhielt für seine Arbeit zur integrierten Fotovoltaik einen hoch dotierten Preis.

Johann Koinegg zeigte in seiner Masterarbeit, wie effizient integrierte Fotovoltaik- Elemente in Gebäuden sind

Foto © FUCHS Johann Koinegg zeigte in seiner Masterarbeit, wie effizient integrierte Fotovoltaik- Elemente in Gebäuden sind

Nachdem Johann Koinegg erklärt hat, worum es in seiner Masterarbeit geht, fragt man sich, warum man nicht schon früher darauf gekommen ist. Auf gebäudeintegrierte Fotovoltaik nämlich - also darauf, Gebäudeteile, die ein Haus ohnehin braucht, zu kleinen Kraftquellen zu machen. Zumindest bei uns wird dieses Thema noch stiefmütterlich behandelt, wie Koinegg weiß - auch ein Grund, warum er sich dieser Methode für seine universitäre Abschlussarbeit angenommen hat. Und wohl auch einer dafür, dass die Arbeit mit dem Herbert-Broschek-Preis ausgezeichnet wurde.

Dieser Preis ist 6000 Euro wert und prämiert Forschung, die beides ist: wirtschaftlich und nachhaltig. Die Nachhaltigkeit ist Koineggs großes Anliegen. Als er sich nach vier Jahren Berufstätigkeit entschied, an die Uni zu gehen, wollte er "etwas studieren, das sinnvoll ist". Und er entschied sich für Umweltsystemwissenschaften und den Master in nachhaltiger Entwicklung. Während eines Auslandsaufenthalts in Japan hörte er von einer steirischen Firma, die sich mit Speziallösungen für Fotovoltaik-Anlagen beschäftigt. In Zusammenarbeit mit dieser Firma hat er nun seine Arbeit verfasst.

Der Grazer führte Interviews mit Wissenschaftlern und Architekten, "um die Praxis einfließen zu lassen". Herausgekommen ist eine ausgezeichnete Analyse der wirtschaftlichen und technischen Bedingungen für die integrierte Fotovoltaik - das fand auch die Familie Broschek, Sponsor des Preises.

"Gebäudeintegriert bedeutet, dass man Fotovoltaik-Anlagen nicht im Nachhinein auf das Dach stellt", sagt der 31-Jährige, "sondern in die Planung des Hauses integriert." Und sich zum Beispiel für ein Vordach entscheidet, das nicht nur vor Regen schützt, sondern auch das Duschwasser wärmt. "Durch die Richtlinien für den Energieverbrauch von Gebäuden wird man in Zukunft daran nicht mehr vorbeikönnen", weiß Koinegg. Daher investiert er die 6000 Euro gleich in den eigenen Hausbau - nachhaltig, versteht sich.

SONJA SAURUGGER

Fakten

Die Auszeichnung, mit 6000 Euro dotiert, prämiert Masterarbeiten auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien unter den Aspekten der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Sponsor ist die Tiroler Unternehmerfamilie Broschek, der Preis wurde heuer erstmalig vergeben.

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