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Kunstfreak als Vermittler
Sandro Droschl hat als neuer Leiter des Grazer Künstlerhauses viel vor.

Foto © David BauerSandro Droschl
Als "Trampolin für bildende Künstler" bezeichnete Kulturlandesrat Christian Buchmann das Grazer Künstlerhaus kürzlich. Gestern hat er den Chef-Artisten des Hauses offiziell bestätigt: Wie von der Kleine Zeitung bereits am Mittwoch angekündigt, wird Sandro Droschl die Führung des Künstlerhauses für vorerst drei Jahre übernehmen. Der 42-jährige Leiter des Kunstvereins Medienturm und Neffe von Verlagsgründer Max Droschl zieht mit seinem Team (Helga Droschl, Max Gansberger) in das Ausstellungshaus am Burgring und wird dort ab 2013 für frischen kreativen Wind sorgen.
Droschl studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Isabelle Graw und war in der "Freien Klasse" aktiv. Sein damaliger Professor Peter Weibel holte den Experten für Gegenwartskunst in den Medienturm, den er seit 2004 erfolgreich leitet. Daneben sitzt der zweifache Familienvater im Medienkunstbeirat des Bundes und ist als Gastkurator u. a. für das Wiener Künstlerhaus aktiv. Über sich sagt Droschl: "Ich bin kein Superspezialist, aber ein absoluter Kunstfreak."
Mit dem Grazer Künstlerhaus, das derzeit auch baulich erneuert wird, hat der neue Leiter viel vor: Im Hauptraum sollen fünf Ausstellungen mit steirisch-internationaler Ausrichtung über die Bühne gehen, daneben wird es eine jährliche Leistungsschau sowie ein Portfolio-Archiv heimischer Künstler geben. Außerdem wird Droschl eine "Art Club" eröffnen, wo sich "die etwas zerspragelte Kunstszene" wieder näherkommen könne. Auch für die fünf Künstlervereinigungen, die bekanntlich auf ihr Ausstellungsrecht im Künstlerhaus pochen, gebe es "mehrere Angebote".
Dass sich Droschl für die heimische Kunst einsetzt, hat er u. a. als ein Wortführer der Initiative "Zur Lage der bildenden Kunst in Graz" bewiesen. Dass er auch international zuhause ist, belegt seine letzte Reise. Sie führte von der "documenta" in Kassel bis zur "Art Basel" und durch zig weitere Ausstellungen. "Insgesamt waren wir 3600 Kilometer unterwegs", lächelt Droschl.








