Bezirks- und Gemeindesuche
Der Architekt des Festivals
In Murau wird am Freitag die regionale12 eröffnet. Pater Gerwig Romirer will mit ihr "eine ganze Region wach rütteln".

Foto © OBERRAINER Pater Gerwig im Stiftspavillon, jetzt eines der Festivalzentren
Nicht jedes Kloster leistet sich einen "Kulturvernetzer"; erlaubt sich der Regel des Benedikt, "Menschen zu führen und der Eigenart vieler zu dienen", manchmal gar mutig Folge zu leisten. Gut für den Bezirk Murau, dass sich St. Lambrecht jemanden leistet, dem die Offenheit für Literatur, Musik und bildende Kunst in die Wiege gelegt wurde: Gut, dass mit Pater Gerwig Romirer ein Architekt der Inszenierung am Reißbrett sitzt. Der 43-Jährige findet diese Formulierung sicher zu dick aufgetragen, aber, mit Verlaub: Das Kulturfestival regionale12, welches am Freitag in Murau eröffnet wird, ist sein Kind.
Die Bewerbung begann 2008, nach einem ersten knappen Scheitern funktioniert es nun mit "Stadt.Land.Fluss.". Der in St. Lambrecht aufgewachsene, 2002 zum Priester geweihte Mönch, weiß mit ängstlichen Skeptikern umzugehen: "Kunst muss man nicht verstehen."
Botschaften
Aber Kunst versucht, die richtigen und wichtigen Fragen zu stellen, weiß Romirer um die zeitdiagnostische Bedeutung kreativer Botschaften. Diese Ebene geht über das Pragmatische hinaus, ermöglicht die Berührung des Transzendenten. Oberflächliche Behübschung zählt nicht zu seinen Vorlieben, auch nicht, wenn er in Stunden des Alleinseins Zeit zum Lesen und Hören hat. Und Provokation, mit welcher die von Pater Gerwig seit 25 Jahren betreuten Lambrechter Künstlerbegegnungen auch anecken dürfen, versteht er als "Wachrütteln". Als einen befruchtenden Blick von außen, der Neues ermöglicht.
"Die regionale12 soll eine ganze Region wach rütteln", sagt der Theologe. Ihre Nachhaltigkeit braucht sich nicht in Tabellen oder Euro messen lassen. Sie soll in den Köpfen und Herzen der Menschen wirken.








