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Zuletzt aktualisiert: 15.06.2012 um 05:00 UhrKommentare

Heftige Bühneninfektion

Ingeborg Plhak (47) eröffnet heute in Wildon die Sommertheatersaison.

Femme fatale in flotter Verwechslungskomödie: Seit 23 Jahren widmet Ingeborg Plhak  ihre Freizeit dem Amateur-Theater

Foto © PrivatFemme fatale in flotter Verwechslungskomödie: Seit 23 Jahren widmet Ingeborg Plhak ihre Freizeit dem Amateur-Theater

H eute wird aus der Sozialpädagogin Ingeborg Plhak aus Wildon die Femme fatale Maria Tura aus Warschau, die den polnischen Widerstand vor den Nazis rettet und dabei noch Zeit findet, ihren Mann zu betakeln. Plhak (47) spielt die weibliche Hauptrolle in der Verwechslungskomödie "Sein oder Nichtsein" nach Ernst Lubitschs legendärem Kinofilm. Das Stück hat heute auf der Wildoner Schloßbergbühne Premiere.

Es ist Plhaks 23. Rolle in 23 Jahren. Anno 1989 durfte sie im "Gespenst von Canterville" ihre ersten neun Sätze sagen: "Das war der Anfang einer heftigen Bühneninfektion, die mich bis heute nicht losgelassen hat", erzählt sie. Die Infektion verläuft so chronisch wie heftig: Vier Monate pro Jahr widmet sich Plhak den Premierenvorbereitungen, gemeinsam mit Regisseur Alois Gallé, ihren Mitspielern und all den unsichtbaren, aber unverzichtbaren Freiwilligen, die hinter der Bühne für reibungslose Abläufe sorgen. Ihr Mann und ihre zwei Kinder "unterstützen gottlob diesen Theatervogel", der ab März fast ihre gesamte Freizeit in Anspruch nimmt, sagt sie.

Sommertheater-Auftakt

Rund aktive 220 Laien- und Amateurtheater hat die Steiermark, rechnet Isabelle Supanz vom Landesverband für außerberufliches Theater LAUT! vor. Dank ihnen erlebt der heimische Kulturbetrieb von Mitte Juni bis Mitte September eine Hochzeit; gespielt wird in Turnsälen, Mehrzweckhallen, Privatgärten, Parks. Was die LAUT!-Chefin besonders freut: "Das Selbstbewusstsein steigt", stellt sie fest, mithin auch Vielfalt und Qualität am Amateurtheater, denn: "Mit Textvorlagen, Räumen, Bühnenbildern wird heute kreativer umgegangen. Und man traut dem Publikum mehr zu."

So auch in Wildon: "Sein oder Nichtsein" ist "irrsinnig witzig, aber vor einem ernsten Hintergrund", sagt Ingeborg Plhak, die jeden Sommer vor rund 1500 Leuten auftritt. Offenbar hat die Wildoner Freilichtbühne in den 35 Jahren ihres Bestehens auch vor der Bühne etliche mit Begeisterung infiziert.

UTE BAUMHACKL

Sommertheater

Sein oder Nichtsein. Von Nick Whitby nach Ernst Lubitsch.

Premiere: heute, 20.15 Uhr, Wildoner Schloßbergbühne. Weitere 13 Vorstellungen bis 7. Juli.

wildoner-schlossbergbühne.at

Sommertheatervorschau: Mehr zum Thema lesen Sie am 17. Juni auf den Steiermarkseiten.

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