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Zuletzt aktualisiert: 02.06.2012 um 05:41 UhrKommentare

Hilfe, heute kommt die Jugend!

Einmal im Jahr ist es vorbei mit der Ruhe in Miesenbach - beim Musikfestival "Dead man walking".

Reinhard Pöllabauer hat in Miesenbach ein Kultfestival für Jugendliche mit Benefizhintergrund aufgezogen

Foto © Ulla PatzReinhard Pöllabauer hat in Miesenbach ein Kultfestival für Jugendliche mit Benefizhintergrund aufgezogen

Aufwachsen im Dorf Miesenbach, Gymnasium im Nachbarort Birkfeld, gerade einmal ein Markt mit weniger als 2000 Einwohnern, und dann Graz, Student sein, engagiert mit viel Idealismus im Herzen. Dieser Idealismus fließt in die Gründung einer Amnesty-International-Gruppe, der Gruppe 46.

Mehr als 20 Jahre ist das für Reinhard Pöllabauer her, die langen Haare sind ab und aus dem Student ist ein Lehrer geworden. Für Amnesty International aber engagiert sich Pöllabauer noch immer. Hauptsächlich über eine Aktion in einer Region, die mit alternativen Musikfestivals nicht gerade gesegnet ist: mit dem "Dead man walking", das heute beim Kreuzwirt in Miesenbach über die Bühne geht - und das zum insgesamt 14. Mal.

80.000 Euro hat die Gruppe inzwischen über das Festival eingespielt und gespendet. In den besten Jahren kamen 1500 bis 2000 Musikfans. "Und das, obwohl meistens das ,Dead man walking-Wetter' herrscht - etwas regnerisch und kühl", sagt Pöllabauer.

Das Festival ist für Pöllabauer nicht nur eine Möglichkeit, Spendengelder zu sammeln, sondern auch, um Werte weiterzugeben. Beim Festival können sich die Gäste Infos über Amnesty International holen, für Aktionen unterschreiben und neben dem Musikhören auch Fanartikel wie T-Shirts oder Feuerzeuge kaufen.

Werte weitergeben, das ist auch für den Lehrer Pöllabauer wichtig. "Ich versuche, den Schülern auch etwas über den Stoff hinaus beizubringen. Die Noten in Mathe und Physik sind nicht das Entscheidende, es sind menschliche Werte, Menschenrechte, die zählen." Und da kann es schon vorkommen, dass sich ein Schüler auf die Menschenrechte beruft, ist Pöllabauer einmal streng. "Kommt aber selten vor, weil ich versuche, sehr gerecht zu sein."

Selbst stand der Gitarrenspieler noch nie auf der Bühne, er schließt aber nicht aus, doch einmal hinaufzusteigen: "Sollte ich einmal aufhören mit der Organisation, dann vielleicht. Aber das ist jetzt noch kein Thema."

ULLA PATZ

FAKTEN

Reinhard Pöllabauer (Jahrgang 1970) lebt im oststeirischen Miesenbach und unterrichtet am Gymnasium in Hartberg Mathematik und Physik.

Pöllabauer ist verheiratet, hat drei Söhne (3, 6 und 19 Jahre), ist Präsident des Miesenbacher Fußballklubs und spielt Gitarre.

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