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    Zuletzt aktualisiert: 04.05.2012 um 05:00 UhrKommentare

    Nobel und hochgeehrt

    Vor 100 Jahren hat Victor Franz Hess die kosmische Strahlung nachgewiesen. Aus diesem Anlass hat Peter Maria Schuster in Pöllau ein zweitägiges Symposion initiiert.

    Peter Maria Schuster holt den großen Physiker Hess aus der Emigration ins Bewusstsein der Steirer zurück

    Foto © BrugnerPeter Maria Schuster holt den großen Physiker Hess aus der Emigration ins Bewusstsein der Steirer zurück

    Ein bösartiges Karzinom führte vor 15 Jahren dem Physiker Peter Maria Schuster (72), bis dahin erfolgreicher Geschäftsmann, die Endlichkeit des Lebens vor Augen. Er erkämpfte sich die Gesundheit zurück. Nicht ganz: Die Stimmbänder blieben lädiert. "Victor Franz Hess, der Entdecker der natürlichen radioaktiven Strahlung, teilte mein Schicksal. Er hatte dieselbe Erkrankung", sagt der Wahl-Pöllauberger. Diese Zäsur veränderte sein Leben. Schuster richtete fortan sein Hauptaugenmerk aufs Schreiben und auf die Rettung antiquierter Versuchsgeräte, mit denen einst bahnbrechend Neues entdeckt worden war.

    Trotz seines Handicaps findet das, was Schuster zu sagen hat, in internationalen Fachkreisen großen Widerhall. So ist es dem spät berufenen Schriftsteller - er arbeitet an einem Buch über Hess - gelungen, in Pöllau das erste europäische Zentrum für Physikgeschichte (echophysics) sowie die Victor-Franz-Hess-Gesellschaft zu etablieren. Schuster war der erste Österreicher, der den Nachlass von Hess an der Fordham University in New York sichten durfte. Er schaffte auch das Kunststück, von Hess' Stiefenkeln die Nobelpreisurkunde als Dauerleihgabe zu bekommen.

    Hess, ein Steirer, wurde 1936 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Sie ist jetzt neben anderen Originalen wie dem Korb des Ballons, mit dem Hess in luftiger Höhe seine Experimente durchführte, in der Ausstellung im Schloss Pöllau zu sehen.

    In Gedenken an die Pionierleistung von Hess trifft sich dieses Wochenende eine großkalibrige Physiker-Gruppe zu einer Tagung im Schloss Pöllau. Ehrengast ist Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Zweifellos die Krönung von Schusters Bestreben, Hess nach dessen "freiwilliger" Emigration 1938 wieder zum Steirer zu machen. Schuster: "Hier ist sein Platz!"

    FRANZ BRUGNER

    Zur Person

    Peter Maria Schuster, geboren 1939 in Wien, Wahl-Pöllauberger, Mitglied des österreichischen P.E.N.-Clubs und der Europäischen Akademie, Präsident der Victor-Franz-Hess-Gesellschaft, hat sechs Kinder.

    Festveranstaltung morgen im Schloss Pöllau, ab 17 Uhr, freier Eintritt, www.echophysics.org.

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