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Wie die Pflanzen heilen
Seine Faszination: die chinesische Medizin. Nun ist Wahlsteirer Rudolf Bauer Präsident des weltweiten Forschernetzwerks.

Foto © EderRudolf Bauer erforscht die Pflanzen der chinesischen M
Ja, ich bin bekennender Steirer", gesteht Rudolf Bauer mit bayrischem Dialekt. Denn auch wenn der Experte für pflanzliche Arzneimittel in Oberbayern geboren wurde, ist die Steiermark zur Heimat geworden. Und die Karl-Franzens-Uni zur Forschungsstätte, von der aus er ein internationales Netzwerk jener Forscher aufbaute, die sich mit seinem Spezialgebiet beschäftigen: der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).
Nun wurde er zum Präsidenten dieses einzigartigen Netzwerks von über 200 europäischen und chinesischen Forschern gewählt.
Wirkung beweisen
"Wir klären auf, welche Wirkstoffe in den Pflanzen der TCM enthalten sind", beschreibt Bauer seine Arbeit. Denn auch wenn viele der Pflanzen seit 2000 Jahren als Heilmittel verwendet werden, will man Beweise für ihre Wirkung finden. "Zwei Drittel aller Arzneistoffe wurden aus der Natur abgeleitet", weiß Bauer. Dennoch werde TCM gerne in das Eck "Esoterik" abgeschoben. Auch dagegen kämpft Bauer mit seiner Forschung, denn "wenn eine Pflanze über Jahrtausende verwendet wird, ist es wahrscheinlich, dass sie auch wirkt".
Sein Interesse an der chinesischen Medizin entdeckte der Vater von vier Kindern im Bayrischen Wald, genauer an der ersten deutschen Klinik für TCM. Dort war er für die Qualitätsprüfung der Arzneien zuständig und seither hat ihn die Faszination nicht mehr losgelassen. Mittlerweile hat Bauer, der seit 2004 das Institut für pharmazeutische Wissenschaft der Uni Graz leitet, nicht nur das internationale Forschernetzwerk aufgebaut. Er hält auch Gastprofessuren an sechs chinesischen Unis und war "wohl schon 50 Mal in China".
Nach Hause nach Graz kommt er aber immer gerne, denn: "Die Landschaft, das Essen und der Wein sind fantastisch." Wie ein echter Steirer eben.








