Bezirks- und Gemeindesuche
Ein Vierteljahrhundert hinter den Orgeltasten
Paul Hönicke, Kirchenmusiker der Heilandskirche in Graz, ist nun gesundheitsbedingt in Pension gegangen.

Foto © Sabine HoffmannPaul Hönicke war 25 Jahre lang Organist in der Heilandskirche in Graz
Mit Johann Sebastian Bach verabschiedete sich Paul Hönicke nun von seiner Gemeinde in der evangelischen Heilandskirche in Graz: Fast 25 Jahre lang war er dort als Kirchenmusiker tätig. Seine Liebe dazu begann allerdings um einiges früher: "Ich ging immer mit meiner Großmutter in die Kirche. Dort durfte ich beim Organisten auf der Bank sitzen und mittreten", erzählt der gebürtige Deutsche über seine ersten Erfahrungen mit der Königin der Instrumente. Später ging es zur Ausbildung nach Esslingen, Wien und Trossingen. "Die Kraft der Orgel, das Majestätische, begeistert mich einfach." Neben Bach zählen übrigens Händel, Schütz und Palestrina zu seinen Lieblingskomponisten.
In Graz machte er mit seiner Musik die Heilandskirche auch außerhalb der evangelischen Gemeinde bekannt - etwa durch die Erstaufführung von Johannes Trießlers "Dein Reich komme" oder die Aufführung des Canto General von Mikis Theodorakis in den Grazer Kammersälen. "Dafür haben wir ein Dreivierteljahr gearbeitet." Sogar die Plakate für die Aufführung machte Hönicke selbst. Doch nicht nur die Vielfalt, auch die Anzahl der Choristen ist unter seiner Ägide deutlich angestiegen: von 18 auf über 60.
Ein Lehrauftrag an der Kunstuni war das zweite berufliche Standbein des heute 58-Jährigen: "Ich habe Schüler aus Korea, Schweden, Norwegen, Kroatien oder Slowenien gehabt. Das war schön. Da lernt man ganz unterschiedliche Stimmen kennen."
Privat liebt's Hönicke, der mit einer Brasilianerin verheiratet ist und eine Tochter hat, aber nicht nur klassisch. "Ich finde auch Samba und Reggae unglaublich faszinierend." Seine Pension möchte er daher auch dafür nutzen, noch mehr Fremdes kennenzulernen, etwa die beiden Inseln Kuba und Bali.









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