Bezirks- und Gemeindesuche
Auf die erste Prüfung gibt es ein "Sehr gut"
Der Ramsauer Wolfgang Mitter war bei den ersten Weltcup-Rennen in Russland überhaupt stellvertretender Chef des Organisationskomitees.

Foto © GEPAWolfgang Mitter
Ein bisschen nervös waren alle in Russland. Immerhin waren es die ersten alpinen Weltcup-Rennen überhaupt, die in den vergangenen zwei Wochen in Krasnaja Poljana, rund 50 Kilometer von der Olympia-Stadt Sotschi entfernt, über die Bühne gingen. Und immerhin war es die einzige Generalprobe für die Spiele auf diesem Niveau im alpinen Rennsport. Also war auch der ehemalige Herr Lehrer, der es früher gewohnt war, selbst zu benoten, ein wenig nervös. Denn auch Wolfgang Mitter war klar, dass er verantwortlich ist, wenn etwas nicht nach Wunsch läuft. "Als Günter Hujara, der Renndirektor des Internationalen Skiverbandes, das erste Mal das Organigramm gesehen hat, in dem ich als stellvertretender Chef angeführt war, hat er mich angesehen und gesagt: "Du weißt dann schon, wer schuld ist, wenn es nicht hinhaut, gell?" Mitter wusste es - doch am Ende gab es ohnehin nur Glückwünsche, die verteilt wurden.
Aber sowohl die Herren-Rennen wie auch die Damen-Rennen gingen besser über die Bühne, als viele erwarteten. "Wir haben es geschafft - und weil jetzt Europacup und Weltcup so gut verlaufen sind, ist das auch für die russische Politik ein Erfolg", freut sich da auch der 58-jährige Ramsauer, der jetzt selbst geschafft ist. "Ich bin jetzt vier Wochen hier gewesen - und mein Job ist es, da zu sein, wenn etwas brennt."
Harte Arbeit
Was so viel heißt wie: Am Tag vor dem letzten Abfahrtstraining der Damen bis fünf Uhr früh auf der Piste sein. Er erklärt, warum: "Alpinrennen sind am schwierigsten zu organisieren, weil so viele Faktoren zusammenkommen: die Piste und ihre Präparierung, das Wetter, die Mitarbeiter - man braucht enorm viel geschultes Personal, weil auf der Piste Hunderte Leute unterwegs sind, die genau wissen müssen, was sie tun." Und das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Ein Beispiel: Damit man etwa auf den durchaus anspruchsvollen Pisten im Skigebiet Rosa Chutor genug Rutscher hatte, wurde in ganz Russland nach guten Skifahrern gesucht.
Mitter, einst Generalsekretär der Nordischen Ski-WM in Ramsau 1999, ist in Russland seit eineinhalb Jahren mit dabei. "Ich habe auf einem FIS-Kongress die russische Verbandspräsidentin Swetlana Gladischewa getroffen, die gut kenne. Und sie hat mir ihre Probleme geschildert. Seit Oktober 2010 arbeite ich mit."
Geänderte Strukturen
Mitter wird in Russland respektiert - rund um die Weltcup-Rennen treffen sich in Krasnaja Poljana täglich alle OK-Spitzen der Sportarten, die 2014 im "Mountain-Cluster" stattfinden. "Ich bin der Einzige, der nicht aus Russland kommt", sagt Mitter stolz. Wie das geht? "In Russland", sagt er, "ist Vertrauen das Wichtigste. Und das bekommst du nicht durch Beziehungen - das musst du dir hart erarbeiten." Ganz ohne Wodka? "Zum Glück brauch' ich das nicht. Bei mir wissen alle, dass ich nichts trinke. Oder zumindest nur in Maßen." Dabei würde der Obersteirer durchaus viele Leute kennen: "Vor 25 Jahren hat alles mit einem Schüleraustausch begonnen. Damals habe ich Leonid Tjagatschew, später Sportminister und Präsident des russischen Olympischen Komitees, kennengelernt. Seither gibt es ständig Kontakt." In der Zwischenzeit hat Mitter etliche "Große" getroffen. "Im Vorjahr hat mir Präsident Medwedew persönlich gratuliert, auch Wladimir Putin und seinen Stellvertreter, der für Olympia abgestellt ist, habe ich getroffen. Sportminister Witali Mutko sowieso."
Abseits der Organisation gibt es etwas, was Mitter am Herzen liegt: "Es braucht russische Weltcup-Fahrer. Wir arbeiten daran, die Strukturen wurden schon geschaffen." Da hilft Mitter auch zu Hause mit: "Ramsau ist Basis für den russischen Verband. Damit die Jungen zwischen den Rennen eine Heimat haben." Und irgendwann die Prüfung "Weltcup" auch mit einem "Sehr gut" absolvieren. So wie Mitter jene der russischen Weltcup-Premiere.









-Anzeigen