Bezirks- und Gemeindesuche
Nicht perfekt - glücklich
Erika Kronabitter wurde für ihr Kinderbuch "Sarah und die Wolke" ausgezeichnet. Darin geht es um ein Mädchen aus einer Gewaltfamilie.

Foto © PrivatErika Kronabitter wurde für ihr Buch "Sarah und die Wolke" ausgezeichnet
Kinder behalten vieles für sich." Seit vielen Jahren arbeitet die Schriftstellerin und Künstlerin Erika Kronabitter mit jungen Menschen. Mittels Prosa, experimentellen Gedichten oder Theaterstücken versucht die 52-Jährige, den Mädchen und Buben eine andere Welt zu eröffnen. Mit ihrem Kinderbuch "Sarah und die Wolke" belegte die gebürtige Hartbergerin nun den dritten Platz beim bundesweit ausgeschriebenen Preis "SozialMarie". Es handelt von einem Mädchen, das aus einer gewalttätigen Familie stammt und schließlich in einer Wohngemeinschaft ein neues Zuhause findet. "Dieses Haus gibt es auch in Wirklichkeit", erzählt Kronabitter. Kinder zwischen vier und 18 Jahren leben dort. Die Romanfigur hilft ihnen dabei: "Zuerst reden sie über Sarah. Im Laufe des Gesprächs kommen die Kinder dann auf sich selbst zu sprechen." Etwa 10.000 fremd untergebrachte Kinder gibt es in Österreich, weiß die Preisträgerin. "Es geht nicht darum, dass sie in einer perfekten Familie aufwachsen, sondern dass sie glücklich sind."
Doch die Mutter einer Tochter versucht bei ihren Lesungen, die sie quer durch ganz Österreich führen, zu mehr Zivilcourage zu ermuntern. "Das Wegschauen ist ein großes Problem. So etwas wie den Fall Cain (Misshandlung mit Todesfolge, Anm.) hätte es sonst nicht gegeben." Doch sie will nicht nur Wasser predigen. "Einmal hat es so einen Fall in der Nachbarschaft gegeben. Da bin ich hingegangen und habe gesagt, dass das so nicht geht." Das Problem liege allerdings oft tiefer. Viele Menschen würden die Gewalt weitergeben, die sie in der Kindheit selbst erfahren haben. "Wir lernen nicht, wie man Kinder erzieht. Eltern brauchen aber Begleitung", ist sie überzeugt.
Auf Kronabitter wartet nun die Veröffentlichung ihres nächsten Buches. Sozusagen als Vorschusslorbeeren gab es schon jetzt für das Manuskript den Theodor-Körner-Preis.









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