Bezirks- und Gemeindesuche
Ein Lehrer gegen Bill Gates
Helmuth Peer, 54-jähriger Mathematik-, Sport- und Informatik-Lehrer am Weizer Gymnasium, versorgt die heimischen Schulen mit Gratis-Software.

Foto © Martin Schemeth"Wir wollen zeigen, dass es neben der Windows-Welt noch eine andere gibt": Helmut Peer
Sie enthält alles, was Microsoft-Gründer Bill Gates zum Rasen bringt: Jene DVD, die der Weizer Lehrer Helmuth Peer mit drei Schülern über mehrere Jahre hinweg erarbeitet hat. Insgesamt vier Gigabyte Software, ein komplettes Betriebssystem und alle möglichen Programme, die ein durchschnittlicher Computernutzer braucht. "Desktop4Education" nennt Peer sein Projekt, dessen wichtigste Fassette der Preis ist: 0 Cent für die DVD, 0 Cent für Lizenzgebühren. Denn auf der DVD ist ausschließlich so genannte Open-Source-Software. Alles gratis also (siehe auch Multi-Media Seite 37).
Finanzierung. Was am Weizer Gymnasium schon funktioniert, hat auch das Unterrichtsministerium hellhörig gemacht. Denn mit Peers Software-DVDs könnten Millionen Euro an Lizenzgebühren eingespart werden, die das Ministerium jährlich berappen muss. Deshalb hat man gemeinsam mit Microsoft-Konkurrent "Sun Microsystems" die Produktion der ersten 4500 DVDs finanziert.
Kostenlos. Jetzt geht es Peer um die Verbreitung. "Wir sagen, dass es das gibt, was es kann und vor allem, dass es nichts kostet", lächelt der Mathematik-, Sport- und Informatik-Lehrer selbstbewusst. Interessant ist das kostenlose Software-Paket nicht nur für Schulen, sondern etwa auch für Gemeinden und Firmen, ist Peer überzeugt. "Wer diese Möglichkeit, Kosten zu senken, nicht nutzt, muss noch zu wenig sparen."
Skepsis. Dass es unter vielen Nutzern noch Skepsis gegen Open-Source-Software gibt, ist Peer bewusst. "Deshalb haben wir unser System so gemacht, dass alles mit Windows kompatibel ist. Unser Betriebssystem kann in bestehende Strukturen integriert werden und kann auch nebenher laufen."
Andere Welt. Ihm und seinen drei Mitstreitern, dem Maturanten Markus Fleck, dem Studenten Matthias Praunegger und dem Zivildiener Stefan Reisinger, gehe es um eines: "Wir wollen zeigen, dass es neben der Windows-Welt noch eine andere gibt." Eine, die noch dazu nichts kostet.









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