Sommergespräch aus der SüdoststeierPeterquelle-Chef Gerald Doleschel: "Im Grunde bin ich Koch"

Gerald Doleschel, Leiter der „Peterquelle“, über den Schatz Wasser, Glasflaschen und den Reiz von Oldtimern.

Vor allem im Sommer genießt Gerald Doleschel seine Freizeit gerne beim Wandern in der Natur. © Simone Rendl
 

Seit 1959 gibt es das Unternehmen Peterquelle, wann haben Sie die Leitung übernommen?
Gerald Doleschel: Ich leite das Unternehmen seit 2015, bin aber bereits 2012 dazugestoßen und habe den Vertrieb im Handel geleitet, war also für externe und interne Geschäfte verantwortlich.

Was war Ihnen ein Anliegen, als Sie die Leitung übernahmen?
Ein Anliegen war mir, dass wir wieder zurück zu unseren Wurzeln finden. Die Peterquelle ist ein steirisches Mineralwasser und wir wollen die Gegend auch wieder vermehrt mit heimischem Wasser versorgen. Man kann als Unternehmen nur stark sein, wenn man sich seiner Wurzeln bewusst ist.

Lernt man durch Ihren Beruf die Natur und das Wasser mehr schätzen?
Ja, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Wasser ist das natürlichste Lebensmittel, das wir haben. Regional denken wir an alle möglichen Dinge, ob es jetzt Fleisch ist, Gemüse, Wein oder Obst. Es soll alles aus der Region sein, aber bei unserem ursprünglichsten Lebensmittel, dem Wasser, ist es uns egal, woher es kommt. Darum ist es mir ein Anliegen, dass das Wasser wieder die regionale Anerkennung bekommt. Wir haben eine Wasserqualität, um die uns die Welt beneidet und wir Steirer sollten stolz darauf sein.

Was ist besonders an der Peterquelle?
Die Peterquelle liegt hier im Vulkanland in 110 Metern Tiefe, das heißt, sie dringt zu ihrer Ursprungsquelle durch die ganzen Vulkangesteinsschichten und das macht die Einzigartigkeit des Mineralwassers aus unserer Gegend aus. Es heißt ja nicht umsonst: „Die beste Mischung gibt’s mit der Peterquelle.“ Durch die besondere Zusammensetzung, die wir haben, ist das Wasser auch ein irrsinnig toller Geschmacksträger

Hätten Sie sich als junger Mensch vorgestellt, dass Sie einmal in so einem Beruf landen?
Ich konnte mir vorstellen, in dieser Branche zu landen, aber ich habe nicht damit gerechnet, einmal die Geschäftsführung zu übernehmen. Ich hab nicht studiert, ich bin, wie es damals üblich war, mit 15 von meinem Elternhaus weg, bin nach Tirol gegangen und habe dort Koch gelernt. Ich bin nach meiner Rückkehr über den sogenannten zweiten Bildungsweg mit Fortbildungen in die Branche gekommen. Ich bin aber im Grunde immer noch ein gelernter Koch.

Wird bei Ihnen zuhause auch Peterquelle getrunken?
Selbstverständlich, aber nur aus der Glasflasche. Wenn man sich zwei Wässer nebeneinander hinstellt, eines aus der PET- und eines aus der Glasflasche, man schmeckt den Unterschied. Ich habe auch das Glück, nicht direkt in der Stadt zu wohnen, wo ich die Flaschen womöglich die Treppen hochschleppen müsste.

Wie sieht Ihr Familienleben aus?
Ich habe zwei Söhne und bin verheiratet. Der große ist schon 27, hat eine Freundin in London und jettet hin und her. Wir haben ein gutes Verhältnis, auch wenn er nicht mehr zuhause lebt. Der jüngere ist 17 und dadurch, dass er noch zuhause lebt, unternehmen wir noch viel miteinander.

Verbringen Sie in Ihrer Freizeit dadurch viel Zeit im Freien und in der Natur?
In meiner Freizeit gehe ich gern wandern, ich bin Teil einer Wanderrunde, aber ich gehe auch sehr gerne laufen. Mit meinem Sohn teile ich ein ungewöhnliches Hobby. Wir haben ein altes Auto und machen damit Oldtimer-Ausfahrten. Dabei reden wir viel miteinander und müssen oft aufpassen, wo wir hinfahren. Ich genieße diese Zeit immer sehr.

Wie lassen sich Beruf und Privatleben vereinbaren?
Da ist sicherlich eine gewisse Toleranz der Partnerin und der Familie gefragt. Es geht aber auch um das gegenseitige Vertrauen, das vorhanden sein muss. Das Schöne daran ist, dass man dann die Zeit, die einem zur Verfügung steht, auch viel intensiver nutzt und Dinge mit viel mehr Freude erlebt. Das kann einem wirklich niemand nehmen.

Zur Person

Name: Gerald Doleschel
Beruf: Geschäftsführer
Alter: 54
Wohnort: Rein bei Graz
Familie: verheiratet und zwei Söhne (17 und 27)
Hobbys: Wandern mit der Wanderrunde, Oldtimer-Ausfahrten mit dem jüngeren Sohn und Laufen
Stärken: Ausdauer
Schwächen: Impulsivität
Ziele: Mit dem Unternehmen nach Kroatien expandieren und am internationalen Markt Fuß fassen.

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