David Miesmer

Einmal möchte er ein Mafioso sein

Gartenzwerge-Sammler, Familienmensch und Realist: Schauspieler David Miesmer aus Heiligenkreuz am Waasen im Gespräch. Von Verena Gangl

Badehose und Leiberl statt Polizeiuniform: Zu Hause in Heiligenkreuz am Waasen stehen Gartenarbeiten auf dem Programm © Verena Gangl
 

Herr Miesmer, Sie sind viel unterwegs. Was bedeutet es für Sie, daheim in Heiligenkreuz am Waasen zu sein?
DAVID MIESMER: Daheim ist für mich mein Heimathaus, zu dem ich immer hinkommen kann und das Elternhaus meiner Oma, in dem wir auch heute noch oft Viererschnapsen. Oder ich sitze mit meinem Großonkel auf der Bank vor dem Haus. Ich komme einfach immer wieder gerne heim.

Steht dann Ausruhen im „Hotel Mama“ auf dem Programm?
MIESMER: Nein, diesmal habe ich schon Rasen gemäht, Buschen ausgegraben, Ribisel gebrockt und Äste gehäckselt.

Ein Blick in den Garten verrät, dass Sie Freund von Gartenzwergen sind. Wie viele sind es mittlerweile? Und haben Sie einen Favoriten?
MIESMER: Es sind 82. Und ja, der eine mit der Ziehharmonika, den habe ich von meiner Oma bekommen. Er ist schon 27 Jahre alt und wenn ich ihn ansehe, muss ich einfach an sie denken.

Gartenarbeit inmitten der Gartenzwerge
Gartenarbeit inmitten der Gartenzwerge Foto © Verena Gangl

Was fasziniert Sie an den Gartenzwergen?
MIESMER: Ich finde, sie sind urige Gesellen, sie wecken Emotionen und das mag ich. Ich bin ja allgemein ein Retromensch, ich mag die 60er- und 70er-Jahre, die Hans- Moser-Filme und auch Peter Alexander – das Lebenstempo war ein anderes.


Apropos Filme. Sie sind derzeit als Florian in „CopStories“ im ORF zu sehen. Könnte man sagen, dass Sie mit der Serie Ihren Durchbruch hatten?
MIESMER: Hätte ich meinen Durchbruch gehabt, hätte ich wahrscheinlich keine Zeit für ein ausführliches Interview. Nein, im Ernst, 2014 war mit 40 Drehtagen mein erfolgreichstes Jahr bis jetzt. Heuer bin ich aber chronisch unterbeschäftigt (lacht).

CopStories
Inspektor Florian Fehenberger ermittelte für die "CopStories" Foto © ORF


Wie kommt das? Sie haben in Braunschlag, CopStories und Tatort mitgespielt, als Außenstehender möchte man meinen, dass Sie ausgebucht sind.
MIESMER: Das, was sich die meisten unter Schauspielern vorstellen, entspricht allgemein nicht der Schauspielerlandschaft. Es ist eine verzerrte Wahrnehmung, viele kämpfen, damit sie davon leben können.


Sie auch?
MIESMER: Ich bin Realist und die Zukunft ist ungewiss. Film ist nicht die einzige Option für mich. Ich überlege auch, mich für ein Sommertheater zu bewerben.

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Sie haben früher mit Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung gearbeitet, wäre diese Arbeit für Sie vorstellbar?
MIESMER: Ich denke nicht, dass ich auf Dauer dafür geeignet bin. Ich bewundere aber die Arbeit dieser Menschen, sie wird viel zu wenig honoriert. Und ich empfehle jedem, der Zeit hat, in diesen Bereich hineinzuschnuppern – es gibt viele, die Hilfe brauchen.


Wie sind Sie eigentlich zur Schauspielerei gekommen?
MIESMER: Das war Zufall. Ich war mit 17 auf einem Faschingsball im Ort, verkleidet mit einer Mr. Bean-Maske und habe den Faschingspreis gewonnen, dann habe ich mir gedacht, so, jetzt werde ich Schauspieler.


In Braunschlag waren Sie der Klassenclown, in CopStories der Nette – gibt es eine Rolle, die Sie gerne einmal spielen würden?
MIESMER: Als Schauspieler darf man eigentlich nicht wählerisch sein, aber einmal würde ich gerne in einem Mafia-Film mitspielen, so eine einflussreiche Rolle wie Don Corleone. Ich möchte auch gerne einmal in einem historischen Film mitspielen und wieder einmal in der Steiermark drehen.

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Ihre letzten Dreharbeiten in der Steiermark waren für „Marlene“, eine Independent-Produktion von Oliver Haas. Wie hat Ihnen der Dreh gefallen?
MIESMER: Es hat mir großen Spaß gemacht – zum ersten Mal konnte ich einen Bösewicht spielen.


Also fühlen Sie sich eher in der Rolle des Bösen zu Hause?
MIESMER: Eigentlich sehe ich mich schon als Komödiant, ich führ’ ja selbst gerne Schmäh. Manchmal auch schlechte, meine Freundin bringe ich zum Glück trotzdem meistens zum Lachen.


Sie leben in einer Partnerschaft mit ihrer Freundin Sabrina. Wie lassen sich Beruf und Beziehung vereinbaren?
MIESMER: Sehr gut. Derzeit ist es eher schwierig, einen geregelten Tagesablauf zu haben und nicht in den Tag hineinzuleben. Im Winter ist es ganz schwer, sonst versuche ich, im Grünen zu sein, Sport zu betreiben oder ins Fitnessstudio zu gehen.


Gibt es etwas, das Ihnen fehlt, wenn Sie nicht zu Hause sind?
MIESMER: Was ich vermisse? Die Ruhe.


Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann am Land sesshaft zu werden?
MIESMER: Ja, das kann ich mir gut vorstellen – meiner Freundin und mir schwebt vor, selbst einen Garten zu haben und möglichst viel selbst anzubauen, einzukochen oder einzurexen. Wir lassen uns jetzt von meiner Mama einschulen. Marmelade haben wir schon selbst gekocht.

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