"Der Fortschritt wird ad acta gelegt"
Heftige Reaktionen auf Kommentar zur Radkersburger Bahn: Viel Werbung sei nötig.
BAD RADKERSBURG. Hohe Wellen schlug der Kommentar vom vergangenen Dienstag über die Radkersburger Bahn, eine mögliche Verlängerung nach Gornja Radgona, den Sparkurs der ÖBB und (stagnierende) Fahrgastzahlen. "Dieser Kommentar schlägt unsere jahrelange Überzeugungsarbeit um Wochen zurück", befürchtet etwa Armin Klein, Obmann der Interessensgemeinschaft "Neue Radkersburger Bahn". Der Fortschritt einer ganzen Region sei nicht nur in Frage gestellt, sondern gleich ad acta gelegt worden.
Differenzierter sieht die Angelegenheit der SPÖ-Landtags-Abgeordnete Martin Weber: "Wir wissen, dass eine Bahnverlängerung noch eine Vision ist. Wenn aber die Bevölkerung dahinter steht, ist es nicht unmöglich." Die beste Absicherung der Radkersburger Bahn sei jedenfalls, wenn möglichst viele Leute damit fahren würden. Er hofft auf neue Fahrgäste, etwa durch die Erweiterung der Landesberufsschule Bad Radkersburg. Weber möchte auch bei Pensionistenverbänden Werbung für die Bahn machen, mit großen Festen wie dem Kellergassl-Fest Tieschen, dem "GaWein't-Gehen" in Klöch oder dem "Terra Vulcanica" in St. Anna am Aigen soll es Kooperationen geben.
Für den Murecker Andreas Kügerl, Initiator von "Bahnhof in der City", ist die Verlängerung der Radkersburger Bahn ein wichtiges Puzzleteilchen für die Erhaltung derselben. Die Kosten seien mit der Lukrierung von EU-Mitteln tragbar. Gerade im Grenzbezirk Radkersburg sei man "zunehmend auf einen leistungsstarken öffentlichen Verkehr angewiesen". Zu Wort meldete sich auch der Eisenbahn-Experte und Universitäts-Professor Harald Eicher: "Gerade Brüssel ist sehr daran interessiert, nachhaltige grenzüberschreitende Eisenbahnverdichtungen zu fördern." Wichtig sei, der Autofahrer-Generation mit neuem Bahnmaterial zumindest die Park&Ride-Schiene nach Graz schmackhaft zu machen. THOMAS WIESER








