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Zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 um 20:17 UhrKommentare

Die nächste neue "Währung" für die Region

In der Stadt Deutschlandsberg werden ab Juli eigene Einkaufsgutscheine aufgelegt. Damit soll viel Geld in der Stadt bleiben. Andere setzen seit Jahren auf dieses System - mit Erfolg.

Sie erhoffen sich viel von den neuen Einkaufsgutscheinen: Initiatorin Marianne Kiendl (Zweite von rechts) mit ihren Mitarbeiterinnen Martina Zmugg und Heike Steinbauer sowie Johann Gressenberger (Stadt-Finanzchef), Vizebürgermeister Anton Fabian und Bürgermeister Josef Wallner (v. l.)

Foto © PrivatSie erhoffen sich viel von den neuen Einkaufsgutscheinen: Initiatorin Marianne Kiendl (Zweite von rechts) mit ihren Mitarbeiterinnen Martina Zmugg und Heike Steinbauer sowie Johann Gressenberger (Stadt-Finanzchef), Vizebürgermeister Anton Fabian und Bürgermeister Josef Wallner (v. l.)

Es gibt einen Sulm-Taler, Saß-Taler und Stiefing-Taler. Leibnitz hat einen, Bad Radkersburg und sieben weitere oststeirische Städte auch, Graz und Leoben sowieso - die Rede ist von einem Einkaufsgutschein, der bei städtischen und regionalen Geschäften, Lokalen, Dienstleistern und teilweise auch Gewerbebetrieben eingelöst werden kann. "Es geht darum, den Kaufkraftabfluss in Richtung großer Städte und Einkaufszentren zu verhindern", erklärt Christian Fraissler-Simm (EU-Regionalbüro Oststeiermark). Er ist verantwortlich für die Gutscheine der oststeirischen Acht-Städte-Kooperation. Dort gibt es seit 2003 gemeinsame Gutscheine. Mittlerweile wurden vier Millionen Stück verkauft, rund 600.000 Euro pro Jahr.

Nun will man auch in Deutschlandsberg auf diesen Erfolgszug aufspringen. Ab Anfang Juli will man Gutscheine, die bei städtischen Unternehmen eingelöst werden können, auflegen. "Wir wollen damit die Stadt von innen und außen stärken", erklärt Vizebürgermeister Toni Fabian. Verantwortlich für das Projekt ist Marianne Kiendl vom Technologiezentrum Deutschlandsberg.

Dieses fungiert als Trägergesellschaft, die EU fördert das Vorhaben über das Projekt "City Impulses" mit 85 Prozent. Aber in wie vielen Betrieben soll man die Gutscheine einlösen können: Kiendl hofft auf 200 Teilnehmer. "Ein-Personen-Unternehmen genauso wie große Konzerne." Sie betont aber, dass die Verhandlungen erst laufen. Die Stadtgemeinde plant übrigens, künftig Förderungen und Zuschüsse (etwa für alternative Energieformen oder Heizkosten) mit diesen Gutscheinen abzugelten. Kiendl hofft, dass im ersten Jahr 50.000 Gutscheine verkauft werden. Morgen wird ein erster Entwurf der (fälschungssicheren) Gutscheine vorgestellt. Das alte, nur mäßig erfolgreiche "CD-Gold" der Einkaufsgemeinschaft City Deutschlandsberg wird laut den Verantwortlichen auslaufen.

Kundenbindung

Andere Regionen und Städte sind schon weiter: Die Innenstadt-Gemeinschaft "Leibnitz lädt ein" mit ihren 80 Mitgliedern verkaufte im vorigen Herbst ihren einmillionsten Gutschein. Jährlich werden damit bis zu einer Million Euro umgesetzt. "Es ist eine gute Kundenbindung", so Obfrau Brigitta Kada.

Auch Kleinregionen setzen auf eine eigene "Währung": Mit dem "Stiefing-Taler" kann man etwa seit April 2011 in acht Gemeinden zwischen Ragnitz und Empersdorf bezahlen. "Wir haben über 300 Betriebe dabei", so Kleinregions-Obmann Wolfgang Neubauer. "Wir erwarten uns damit jährlich rund 600.000 Euro mehr an Wertschöpfung in der Region." Auch die Auszahlung von Förderungen wird damit abgewickelt. In Mettersdorf wird seit einiger Zeit der "Saß-Taler" angeboten. Und seit Anfang dieses Jahres gibt es auch in den acht Gemeinden der Kleinregion Sulmtal-Koralm den Sulmtaler-Gutschein. Obmann Josef Steiner: "Die Regionalwirtschaft muss gefördert werden."

THOMAS WIESER

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