Auch bei Fusion soll Region Radkersburg weiterleben
Die Botschaft war unmissverständlich: Anstatt alleine vor die Presse zu treten, vergatterte der Radkersburger ÖVP-Bezirksparteichef Anton Gangl gestern Vormittag in Deutsch Goritz gleich seine gesamte schwarze Führungsriege. Anlass für diese Demonstration der Geschlossenheit war die voll ausgebrochene Diskussion rund um eine eventuelle Auflösung oder Teilung des Bezirkes Radkersburg.
"Das Land hat noch keine Anzeichen für so einen Schritt gesetzt. Wir sind zu Verhandlungen bereit. Wenn, dann muss diese Reform aber für die ganze Steiermark gelten", stellte Gangl klar. Auf eine künftige Ausrichtung - nach Feldbach oder Leibnitz - will sich Gangl nicht festlegen. Es gebe für beide Richtungen gute Argumente. "Wir sind uns aber einig, dass die Region Radkersburg als Ganzes erhalten bleiben soll. Egal, welche Verwaltungseinheit am Ende rauskommt."
Eine Position, die den Murecker Bürgermeister Josef Galler im Falle einer Orientierung nach Feldbach in eine Zwickmühle bringt. In seiner Gemeinde gibt es nämlich einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss für Leibnitz. "Dieser Beschluss wurde aufgrund der jetzigen Faktenlage getroffen und ist nach wie vor gültig. Am Ende des Prozesses werden wir die Situation neu bewerten. Das letzte Wort hat die Bevölkerung", so Galler diplomatisch.
Eine Volksbefragung auf Bezirksebene am Ende der Bürgerinformation fordert indessen SPÖ-Bezirkschef Martin Weber. Ein Zerreißen des Bezirks hält aber auch er nicht für sinnvoll.
Ende Jänner hatte Kurt Jöbstl als ÖVP-Bürgermeister von Spielfeld aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug bekannt gegeben. Donnerstagabend wurde daher ein neuer Gemeindechef gewählt und der heißt - zum zweiten Mal - Ewald Schantl (SPÖ). Schantl ist seit 1995 im Gemeinderat und hat 2008 Heidrun Walter als Gemeindechef abgelöst. Nach der Wahl 2010 kam die SPÖ auf vier Sitze, die ÖVP auf drei Mandate und zwei Sitze konnte die Liste "Spielfeld Unabhängig" (SPU) halten.
Sie war es auch, die als Zünglein an der Waage Spielfeld von rot auf schwarz umfärbte. Nun brachte die SPU ihre Fraktionsführerin Ulrike Gaber als Bürgermeisterkandidatin zwar ins Spiel, mit 7:2 Stimmen konnte sich Schantl aber ganz klar durchsetzen. Jöbstl hatte die gute Zusammenarbeit mit Schantl betont, dieser wiederum fand nur lobende Worte für seinen Vorgänger und will die Politik des Miteinanders fortsetzen.













