Jennersdorf

Ein Reise der nicht alltäglichen Art

Seit 2010 unterstützt das Borg Jennersdorf Patenkinder in Äthiopien. In den Osterferien war eine Gruppe auf Besuch in Addis Abeba. Von Thomas Plauder

Verena Sampt zeigte den afrikanischen Buben, wie Damen in Österreich Fußball spielen.
Verena Sampt zeigte den afrikanischen Buben, wie Damen in Österreich Fußball spielen. © KK
 

Begonnen hat alles im Jahr 2010. Weil eine Schülerin des Borg Jennersdorf, die bei der Bundesmeisterschaft in einem Sprachenwettbewerb den dritten Platz belegt hatte, ihre gewonnenen 500 Euro sinnvoll anlegen wollte. Also entsprach man ihrem Wunsch, die Schule möge die Patenschaft für ein notleidendes Kind übernehmen. Und weil Direktor Peter Pommer und seine Gattin Karen selbst zwei äthiopische Adoptivtöchter haben, war die Verbindung zum Patenschaftsverein „SITOTA – Bildung für Kinder in Äthiopien“ naheliegend.

63 Kinder werden unterstützt

Dieser Verein unterstützt aktuell 63 Kinder in den Armenvierteln der Hauptstadt Addis Abeba, damit sie zur Schule gehen können. „Über 20 Personen aus der Region Jennersdorf und Loipersdorf haben bei uns mittlerweile Patenkinder“, freut sich Ortrun Gauper, die Geschäftsführerin des Vereins. 2014 besuchte Peter Pommer erstmals mit einer Gruppe – darunter auch einige Schüler Addis Abeba um sich selbst ein Bild zu machen und einige Patenkinder zu besuchen. Das Erlebte zeigte man im Rahmen einer großen Präsentation in der Schule. „Das Echo war riesig und der Wunsch nach einer neuerlichen Reise groß“, erzählt der Direktor.

Also machte sich in diesem Jahr in den Osterferien eine zwölfköpfige Gruppe, acht Schüler und Kameramann Wolfgang Franz inklusive, neuerlich auf den Weg nach Addis Abeba. Und sie reisten nicht mit leeren Händen. „Jeder durfte zwei Koffer zu je 23 Kilo an Gepäck mitnehmen.“ schildert Pommer.

 

Jennersdorf: Impressionen einer ungewöhnlichen Reise

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Selbst nahm man nur das Notwendigste mit, dafür aber alleine rund 500 Kilo an Kleidung für die Patenkinder. Dazu kam ein Koffer mit Schreibutensilien, 20 Fußbälle, gebrauchte Laptops und rund 2000 Euro an Spendengeld. Zwischen 300 und 400 Euro beträgt laut Peter Pommer das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Äthiopiers. „Da müssen viele Kinder arbeiten, um die Familie finanziell zu unterstützen“, verrät der Loipersdorfer.

Die Familien der Patenkinder hingegen bekommen monatlich 30 Euro. Viel Geld, dafür ermöglichen sie ihrem Kind aber den Schulbesuch. „Die Auflagen sind streng. „Eine Betreuungsperson vor Ort kontrolliert regelmäßig die Zeugnisse und bricht ein Kind die Schule ab, verlieren die Familien auch die Unterstützung“, verrät Peter Pommer.

Auf Spurensuche

Ein Schicksal, das auch das langjährige Patenkind des Borg Jennersdorf ereilte. Bis 2015 unterstützte man die mittlerweile 18-jährige Alem. „Im Vorjahr bekamen wir plötzlich die Nachricht Alem habe die Schule geschmissen und sei verschwunden“, erzählt Direktor Pommer. Also begab man sich im Zuge der Reise auch auf Spurensuche und fand Alem. „Sie hat ein Baby bekommen, ist verheiratet und war abgemagert und blass. Aber sie hat versprochen, dass sie ab September wieder zur Schule gehen will“, hofft Pommer doch noch auf ein Happy End.

Nun unterstützt man mit der neunjährigen Betelhem ein neues Patenkind. „Bei den Schulveranstaltungen wird dann immer für unser Kind gesammelt. Eine ehemalige Maturaklasse etwa hat bis heute ein eigenes Patenkind“, freut sich Pommer über das Engagement seiner Schüler.
Und am Donnerstag, dem 21. April um 19 Uhr, gibt es im Turnsaal des Borg Jennersdorf eine große Multimediapräsentation der letzten Äthiopienreise.

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