Hartberg-Fürstenfeld85 illegale Glücksspielautomaten vernichtet

Am Mittwoch wurden 85 illegale Glücksspielautomaten zur Verschrottung abgeholt. Rund 170 wurden insgesamt von der Polizei und der Bezirkshauptmannschaft beschlagnahmt.

Polizei und Bezirkshauptmannschaft macht den Betreibern von  illegalen Glücksspielautomaten einen Strich durch die Rechnung
Polizei und Bezirkshauptmannschaft macht den Betreibern von illegalen Glücksspielautomaten einen Strich durch die Rechnung © Barbara Kahr
 

486.500 Euro, das ist die Höhe der Strafbeträge, die seit April 2016 wegen illegalem Besitz von Glücksspielautomaten im Bezirk verhängt wurden. Zusammen mit der Bezirkshauptmannschaft Hartberg-Fürstenfeld führte die Polizei rund 30 Kontrollen durch.

Dabei wurden 170 Glücksspielautomaten beschlagnahmt. Davon sind am Mittwoch 85 Geräte vernichtet worden. "Wir haben schon sehr viele illegalen Automaten gefunden und beschlagnahmt und den Rest werden wir auch noch finden", sagt Karl Wurzer von der Bezirkshauptmannschaft.

Razzia

Die Kontrollen gestalten sich jedoch laut Polizeikommandant Franz Gruber als zunehmend schwierig. "Oft werden die Besitzer der Automaten durch Gesichtserkennung von Kameras und WhatsApp gewarnt. Wir sind in diesem Milieu bereits amtsbekannt", erzählt Gruber. Kommen die Polizisten in ein Lokal, wird sofort der Strom bei den Automaten, die sich oft in Hinterzimmern befinden, abgedreht.

Aber auch die Kellner nehmen laut Gruber oft Reißaus. "Um keine Zeugenaussage machen zu müssen, flüchten sie", erklärt Wurzer dieses Verhalten. Bei einer Razzia wurden in einem Lokal acht Automaten mit einem Tagesumsatz von 42.000 Euro gefunden. Laut Gruber sei das kein Einzelfall.

Zur Kassa gebeten

Oft gebe es laut Wurzer den Irrglauben, dass nur die Aufsteller der Automaten sich strafbar machen würden. Aber auch die Lokalbesitzer werden zur Verantwortung gezogen. "Die Drahtzieher sind oft Österreicher, die eine Glücksspielautomaten-Bewilligung irgendwo im Ausland besitzen, wobei diese oft auch nur fingiert ist. Sie zu fassen, ist ein schwieriges Unterfangen, aber möglich", sagt Wurzer.

Tipps, wo sich die Automaten befinden, bekommt die Polizei nicht selten von Spielsüchtigen. Sie fühlen sich laut Heinz Froschauer von der Polizei oft "abgezockt". "Spieler verlieren sehr viel Geld, was nicht nur für sie ein Problem wird sondern auch für deren Umfeld", erklärt Bezirkshauptmann Max Wiesenhofer. Daher sieht er diese Arbeit sowohl als Gesetzesvollzug als auch als präventive Maßnahme.

Die Kontrollen zeigen auch bereits Erfolge. Laut Gruber sei die Zahl der Lokale, welche illegale Glücksspielautomaten besitzen, merklich zurückgegangen.

Hilfe bei Spielsucht

Im Bezirk kann man sich als Angehöriger oder Betroffener anonym und vertraulich mit diesem Problem unter anderem an das Psychosoziale Zentrum Hartberg unter der Nummer (03332)- 66 2 66 oder per Mail psz.hartberg@gfsg.at wenden.

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