St. Johann i. d. HaideMülldeponie: Hier wurde vor 25 Jahren noch gestritten

Vor einem Vierteljahrhundert wurde im Ghartwald bei St. Johann/Haide gegen den Baubeginn der Bezirksmülldeponie demonstriert. Heute merkt man von der Anlage kaum etwas.

Demonstration gegen Mülldeponie
Beamte des Gendarmerie-Einsatzkommandos und Demonstranten standen sich 1992 am Bauzaun gegenüber © Summerer
 

Ein solches Aufgebot an Gendarmeriebeamten hatte sowohl davor als auch danach nie mehr gesehen. Im September 1992 wurde mit den Rodungsarbeiten für die Bezirksmülldeponie im Ghartwald bei St. Johann in der Haide begonnen. Am Bauzaun standen sich Exekutivbeamte und Demonstranten Aug’ in Aug’ gegenüber. Prominente Grün-Politiker wie Andreas Wabl und der damals aufstrebende Werner Kogler leisteten Unterstützung für die wütenden Bürger.

Nach den damaligen Planungen war die 1993 eröffnete Anlage für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren ausgelegt. Mittlerweile sind 25 Jahre vergangen und die Deponie wird wohl noch etliche Jahrzehnte in Betrieb sein. Verantwortlich dafür ist die bessere Mülltrennung und die dadurch sinkende Restmüllmenge, die auf der Halde landet. „Maximal fünf Prozent des deponierten Mülls enthalten heute noch organische Bestandteile“, erklärt Alfred Ertl, Gründungs-Geschäftsführer der Bezirksmülldeponie.

Strenge Umweltauflagen

Damit, dass er vor mehr als 25 Jahren als „Prügelknabe“ für die umstrittene Deponie herhalten musste, damit hadert der damalige Bürgermeister Otto Pußwald (86) noch immer: „Es hat mir letztendlich das Amt gekostet.“ Dabei bringe die Anlage, die im Wald kaum noch sichtbar ist, bis heute Geld und Arbeitsplätze in die Gemeinde. Auch Alfred Ertl pflichtet bei: „Ohne die Proteste wäre nie mit so strengen Umweltauflagen gebaut worden.“ Durch den Widerstand seien die besten Methoden zum Einsatz gekommen.

Testfall für die Steiermark

Die Deponie im Ghartwald war ein Testfall für die steirische Abfallwirtschaft. Nicht nur wegen der zu erwartenden Proteste wurde der Plan fallen gelassen, in allen Bezirken eigene Deponien zu errichten. Durch die in den vergangenen zwei Jahrzehnten immens gestiegene Wiederverwertung rechtfertigt die übrig bleibende Müllmenge den Neubau derart kleiner Standorte nicht mehr.

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