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Dem Schicksal spielt sie den Ball zurück

Ein Unfall beim Tennis spielen hatte für Waltraud Posch die Amputation beider Beine zur Folge. Ihr Handicap hält sie aber nicht davon ab, ihre großes Hobby weiter auszuüben. Ihr erklärtes Ziel: Olympia 2012.

 

Ein "Ausrutscher" kostete der heute 44-jährigen Waltraud Posch beide Beine. Während der Ausübung ihrer großen Leidenschaft, dem Tennis spielen, rutschte die gebürtige Pischelsdorferin aus und stürzte unglücklich zu Boden. Diagnostiziert wurden ein Muskelfaserriss und Knorpelschaden, die einen operativen Eingriff erforderlich machten.

Zur Folge hatte dieser zunächst die Unbeweglichkeit ihres Beines. "Ich bin dann im Rollstuhl gesessen, das eine Bein ausgestreckt", erzählt Posch. Drei Jahre hielt dieser Zustand an. Verbunden war er mit unerträglichen Schmerzen und der Abhängigkeit von den Opiaten, die sie dagegen nahm. Therapien brachten keinen Erfolg. "Ich war auf Opiatentzug, hatte Halluzinationen. Da sagte ich: Aus! Mein Leben geht an mir vorbei. Das kann nicht sein", so die Mutter von Santino (9) und Tanja (25).

Das Bein wurde amputiert. Dem nicht genug, hielt das Schicksal noch viele herbe Rückschläge für Posch bereit. Nach dem Eingriff im LKH Klagenfurt erlitt sie noch im Krankenhaus einen Bandscheibenvorfall, während der darauf folgenden Reha einen zweiten. Dann machte auch die Wirbelsäule Probleme.

Bis auch das zweite Bein unbeweglich wurde. Am 17. Dezember 2007 folgte die nächste Amputation. "Es klingt vielleicht seltsam, aber das damalige Weihnachten im Krankenhaus gehörte zu meinen schönsten".

Unbeschreiblich sei die Fürsorge der Krankenhausangestellten gewesen. Rudolf Likar, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin im LKH Klagenfurt, machte ihr das größte Geschenk, wie Posch meint: "Er hat veranlasst, das ein zweites Bett im Zimmer aufgestellt wird, sodass mein Sohn zu Weihnachten bei mir schlafen konnte.

Viele Zweifel

Auf ihrem weiteren Weg begleiteten Posch dennoch viele Zweifel. "Man verändert sich krankheitsbedingt. Ob man will oder nicht. Da kommt dann auch die Frage: kann ich mich selber annehmen, kann mich mein Partner annehmen, so wie ich jetzt bin?" Gemeinsam mit ihrem Mann Mario ist es Posch gelungen, neu durchzustarten. "Es ist wichtig, sich eine Trauerphase einzugestehen. Es ist gut, wenn man heult und schreit, den ganzen Frust rauslässt und dann einen Schlussstrich zieht", so Posch. Bereits im Februar 2008 begann sie wieder Tennis zu spielen, im Rollstuhl. Für internationale Turniere bereiste sie die Schweiz, Deutschland, Belgien und England - siegreich.

Hilfe und Kraft

"Meinem Schicksal kann ich mittlerweile viel Positives abgewinnen. Mir wurde dadurch eine sehr intensive Zeit mit meiner Familie und vor allem meinem Sohn beschert", sagt Posch. Kraft und Hilfe gaben ihr auch viele andere Personen. Wie etwa Veronika Deixelberger von der Stadtgemeinde Gleisdorf und die Mitglieder des Gemeinderates, die ihr dabei geholfen haben, ein Therapiefahrrad und eine Treppenraupe zu finanzieren, die es ihr erlaubt, in ihre Wohnung im zweiten Stock zu gelangen.

Inzwischen ist Waltraud Posch weiter fleißig am Trainieren. Ihr Ziel: Die Olympischen Spiele 2012 in London. "Wenn gesundheitlich alles klappt, schaffe ich das auch. Ich habe alles was ich mir wünsche. Meine Familie, mein Hobby, meine Leidenschaft!"

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