Wärmer auch im "Loch vom Dienst"
2007 war das wärmste Jahr, seit es den Meteorologen Eduard Wallaszkovits und seine Aufzeichnungen in Zeltweg gibt - seit 45 Jahren.
Viel zu warm heute für einen 20. Jänner, oder? Wirklich heiß könnte es uns aber angesichts der nun definitiv vorliegenden meteorologischen Abrechnung werden: 2007 war das wärmste Jahr, seit es Eduard Wallaszkovits in Zeltweg gibt - 1963. Der pensionierte Chefmeteorologe der Flug-Wetterwarte führte stets penibelst Buch und bereitete wie berichtet einen umfassenden Klimawandel-Vortrag vor, der nächste Woche in Farrach präsentiert wird.
Zwei Grad mehr. Plus 8,9 Grad lautet der Jahresschnitt für das Vorjahr, das sind um rund zwei Grad mehr - bezogen auf den langjährigen Durchschnitt von sieben Grad. Klingt nicht so schlimm? Nun, ein Blick auf die heißen Ausreißer tut kund: Der Jänner überbot den normalen Wert um 5,7 Grad: plus 0,4 statt minus 5,3. Der Februar lag bei 3,1 Grad gegenüber "normalen" minus 2,2.
April. Und im April schwitzten wir schon bei zehneinhalb Plusgraden; durchschnittlich sind es 6,6. Der Sommer: zwei Grad wärmer als üblich, wobei manche ihn insofern in böser Erinnerung haben, weil es just zu ihrem eingeplanten Grillfest regnete: "Man merkt sich eben nur Markantes", weiß der Experte.
Trend nach oben. Markant auch der kontinuierliche Trend nach oben in den vergangenen 20 Jahren: Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese immer wärmeren Jahre bereits Resultat des Klimawandels sind. "Ist auch unsere Region betroffen?" übertitelt Wallaszkovits entsprechend seinen Vortrag, der Ursachen, Auswirkungen wie mögliche Gegenstrategien beleuchtet.
Beckenlage. Die Werte treffen auf die ganze Obersteiermark zu, obwohl im Murtal durch die Beckenlage ein spezielles Klima herrscht: "Unser Loch vom Dienst", taufte es der Experte schmunzelnd.
Rekordwinter 1985/86. Und wer erinnert sich an den Rekordwinter 1985/86? Prächtige 135 Tage mit Schneedecke! Der Mittelwert pendelt bei 73, die Vorjahressaison bilanziert magere 30. Wobei der eben verflossene Dezember wegen der frühen Schneedecke wieder "normal" kalt war und sich noch nicht prognostizieren lässt, wie tief dieser Winter noch wird. Fix jedenfalls: Je später er kommt, desto weniger lang hält er an.








