Noch einmal Gas geben
Matura-Tagebuch von Johannes Fell.
Dies ist das letzte Mal vor meinem großen Kampf, dass Sie von mir lesen. Ich möchte mich vorweg für das durchwegs positive Feedback bisher bedanken - und allen anderen Maturanten, für die es in den nächsten Tagen ernst wird, viel Glück wünschen.
Von verschiedenen meiner Freunde zu hören, welche die mündliche Matura (an anderen Schulen) bereits abgeschlossen haben, gibt mir einen zusätzlichen Kick nach vorne, um noch einmal Gas zu geben. Auf der anderen Seite macht es mich auch noch ein bisschen nervöser, da mir jetzt erst so richtig klar wird, dass ich in ein paar Tagen selbst vor der Prüfungskommission stehen werde.
Obwohl wir eigentlich seit Donnerstag freihaben, waren die letzten Tage beziehungsweise die ganze letzte Woche in erster Linie geprägt von - wer hätte es gedacht - lernen, lernen und nochmals lernen. Das heißt: In der Früh aufstehen, bis Mittag lernen, dann eine kurze Pause, um den Prozessor wieder abkühlen zu lassen, und schließlich wieder weiter. Bis 21 oder 22 Uhr. Einzig den ganzen Samstag habe ich mir freigenommen, um mit meiner Freundin ihren Geburtstag zu feiern, so viel Zeit muss dann doch auch sein.
Dafür ging es leicht angeschlagen am Sonntag in der Früh wieder weiter. Zuerst einmal dieses Tagebuch hier schreiben. Nach einer kurzen Mittagspause hieß es mein Verbrennungsmotoren-Skript weiter auszuarbeiten, was eigentlich auch den restlichen Tag dauerte. Dann muss ich noch Fertigungstechnik lernen, um voraussichtlich bis Freitag möglichst mit dem gesamten Stoff durch zu sein.
Nächstes Wochenende werde ich noch einmal das Ganze durchgehen beziehungsweise auffrischen und dann sollte es das eigentlich gewesen sein. Mehr geht eigentlich auch schon nicht mehr . . .
Mittlerweile habe ich auch meine Einberufung zum Bundesheer erhalten. Viel Zeit für Ferien bleibt mir nicht, da ich eine Woche nach meiner Maturareise (Summersplash in der Türkei) bereits als Soldat am Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg einrücken werde. Der einzige große Vorteil ist, dass mein zukünftiger Weg in die Kaserne sogar kürzer sein wird als mein täglicher Schulweg die letzten Jahre.







