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Zuletzt aktualisiert: 16.05.2012 um 05:48 UhrKommentare

Bundesheer stutzt Red Bull die Flügel

Die Deutsche-Tourenwagen-Masters kommt genau dann nach Spielberg, wenn das Militär in Zeltweg keinen Flugbetrieb hat. Deshalb dürfen auch Privatjets nicht landen.

Heiße Boliden sind im Anflug auf Spielberg. Nicht im Anflug sind private Jets. Das Militär lässt sie nicht landen

Foto © GEPAHeiße Boliden sind im Anflug auf Spielberg. Nicht im Anflug sind private Jets. Das Militär lässt sie nicht landen

Die Airpower in Zeltweg hat das Bundesheer und Red Bull zusammengeschweißt. Seit der ersten Flugschau in Zeltweg arbeitet man eng zusammen, doch nun könnte sich das Verhältnis eintrüben.

Grund ist die bevorstehende Deutsche-Tourenwagen-Masters (DTM) auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg vom 1. bis 3. Juni. Aufgrund einer Mitbenutzungsgenehmigung für den Militärflugplatz ging man bei Dietrich Mateschitz' Projekt-Spielberg-Gesellschaft davon aus, dass Privatjets von Teams und Partnerfirmen im wenige Hundert Meter entfernten Zeltweg landen dürfen. So wie es auch im Vorjahr war.

Doch plötzlich gibt es ein kurioses Hindernis. In Zeltweg fehlt am DTM-Wochenende das nötige Personal, weil kein militärischer Flugbetrieb vorgesehen ist. Zu diesem Zeitpunkt wird die Luftraumüberwachung nicht von Zeltweg, sondern vom Flughafen Linz-Hörsching übernommen. Im 15-Tage-Rhythmus wechselt der Betrieb zwischen den beiden Flugplätzen.

Die DTM hat also das Pech, zur falschen Zeit anzureisen. "Das bringt Unannehmlichkeiten. Ich verstehe nicht, warum man nicht zwischen Linz und Zeltweg tauschen kann", wundert sich Walter Kafitz, Marketing- und Verkaufsleiter des Projektes Spielberg. Ein Tausch sei nicht möglich, sagt Oberst Michael Bauer, Pressesprecher im Verteidigungsministerium: "Die zivile Nutzung in einem größeren Ausmaß wie bei der DTM würde den militärischen Flugbetrieb behindern."

Die Mitbenützungsbewilligung für Red Bull beziehe sich auf vereinzelte Zivilflüge während der Flugbetriebszeiten, nicht auf geballte Flugbewegungen wie bei der DTM. Wobei geballt relativ ist: Es soll ungefähr 15 Starts und Landungen geben.

Nicht einmal wenn Mateschitz die Personalkosten übernimmt, würde das Militär einlenken. Bauer: "Das geht aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht." Das Bundesheer dürfe keine rein kommerzielle Nutzung unterstützen.

Warum es dann im Vorjahr möglich war? "Weil wir da im Zuge der DTM für die Airpower geworben haben", sagt Bauer. Eine Lösung sei für ihn nicht in Sicht. Walter Kafitz vom Projekt Spielberg: "Ich kann das nur mit Bedauern zur Kenntnis nehmen." Die DTM sei dadurch aber nicht gefährdet.

JOSEF FRÖHLICH

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