SPÖ-Parteitag: Ein Zelt für 1600 Rote
Europeum: Land schultert Altlast über 3,3 Millionen Euro. Andrang auf Parteitag kostet SPÖ 25.000 Euro mehr.

Foto © KLZ/BAUER Voves und Vukan (SPÖ) müssen Veranstaltungsort wechseln
In den sauren Apfel beißt das Land noch einmal für das Kongresszentrum Europeum in Mariazell: Voves-SP und Schützenhöfer-VP haben beschlossen, ein Darlehen samt Spesen über 3,3 Millionen Euro zu schlucken. Dann steht dem Verkauf des Europeums an Katharina Rippel-Pirker und Georg Rippel nichts mehr im Weg. 550.000 Euro wird die Mariazeller Lebkuchendynastie für das Veranstaltungszentrum bezahlen sowie rund sechs Millionen in die neue Produktionsstätte stecken.
Das Europeum stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Der Bau kostete rund 12 Millionen Euro, eine Million mehr als gedacht. Eine EU-Förderung in der Höhe von 800.000 Euro konnte nicht lukriert werden. Dazu kamen "erhebliche Managementfehler", wie es in vertraulichen Akten heißt. Das Land musste den Gründungsgemeinden Mariazell, St. Sebastian, Gußwerk und Halltal zu Hilfe eilen: Sie konnten sich weder den Betrieb noch die Kredite weiter leisten. Ein Neustart, auch personell, scheiterte nicht zuletzt am Mangel an Hotelbetten in der Topkategorie. Fazit: Zehn Millionen Euro aus dem Steuertopf hätte das Europeum die nächsten zehn Jahre noch gekostet. So gesehen ist der Verkauf ein reiner Glücksfall.
Zu klein
Zu klein geworden ist das Brucker Kulturhaus und Kongresszentrum für den SPÖ-Landesparteitag. "Wir übersiedeln daher in ein Zelt auf dem Hauptplatz", freut sich Parteigeschäftsführer Anton Vukan, dass nicht 1000, sondern 1600 Genossen am Samstag vor Ort sein werden. Unter ihnen: Bundeskanzler Werner Faymann sowie die Bundesgeschäftsführer Laura Rudas und Günther Kräuter. Weniger erfreulich: Mit Zelt und Nebengeräuschen wird der Parteitag um 25.000 Euro mehr kosten als anfangs geplant.
Prüfbericht Zeltweg
Der heftige Prüfbericht der Gemeindeaufsicht zu Zeltweg sollte dem Landtag zur Verfügung gestellt werden: Das forderte Lambert Schönleitner, Kontrollsprecher der Grünen, aber er holt sich nun eine Abfuhr. Laut Stellungnahme der Regierung sind Bürgermeister und Gemeinderat der geprüften Gemeinde zu informieren - Landtagsabgeordnete haben keinen Anspruch auf derartige Berichte. "Rot und Schwarz lassen uns nicht zu den Verschwendungsleichen im Keller", ätzt der Grüne.









