Die Braveren gibt es nicht
Feinstaub im November: Topographie und Wind begünstigen Judenburg, Knittelfeld öfter über Grenzwert. Atemwegserkrankungen nehmen zu.

Foto © BETTINA OBERRAINERHelfried Kreiter im Umweltschutzreferat Judenburg überprüft aktuelle Feinstaubwerte. Das Aichfeld erreichte gestern 86 Prozent des Grenzwertes von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter: "Hauptverursacher ist der Verkehr"
Den Feinstaub-Supergau erwarten wir am 1. Jänner (Silvester!), da überschreitet selbst Judenburg das grenzwertige Tagesmittel von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Sonst darf die Stadt befreiter Luft holen als das übrige Aichfeld - aber nicht, weil sie umweltfreundlicher rotiert. "Wir sind nicht die Braveren", warnt Umweltschutzreferent Helfried Kreiter. Topographische Bedingungen und der berühmte Murtalauswind entschärfen die Belastung.
Im November verzeichnet Kreiter für Judenburg keine Überschreitung, für Knittelfeld hingegen fünf. Wobei Judenburg am 9. November hart am Grenzwert schrammte, Knittelfeld am 8. November einen Maximalwert von 56,8 Mikrogramm erreichte. Eine Folge der Inversionswetterlage. Das Aichfeld erreichte gestern 86 Prozent des Grenzwertes - Graz 150 Prozent.
"Hauptverursacher ist der Verkehr" lässt Helfried Kreiter keinen Zweifel, dass es immens gesünder wäre, öfter das Auto stehen zu lassen. Der Hausbrand erzielt durch den Ausbau der Fernwärme bessere Werte. Weiterer Tipp: "Richtig lüften." Also mehrmals stoßlüften statt ewig Fenster kippen.
Die Ärzte registrieren eine Zunahme der Atemwegserkrankungen. Verursacher: Feinstaub. Primarius Ernst Deu spricht von "unproduktivem trockenen Husten". Der Radiologe kämpft aus gutem Grund für den Erhalt des letzten zusammenhängenden Stück Murwaldes, das wie berichtet einer etwaigen Erweiterung des Holzinnovationszentrums Zeltweg geopfert werden soll: "Es gibt nichts Blöderes, als den Wald im Zentrum des Aichfeldes zu roden, stattdessen eine Industrie- und Gewerbezone zu schaffen und damit zusätzlich erheblichen Verkehr anzuziehen."









